"Alle feiern Weihnachten. Wir nicht!"

So lautet das schöne Motto der diesjährigen dezemberlichen Bumsdorfer Gerüchteküche mit Axel Klingenberg, Roland Kremer, Marcel Pollex, Daniel Terek und den Stargästen Kai-Olaf Stehrenberg und Hauke Trustorff in der

KaufBar Braunschweig, Bolchentwete 1, Braunschweig
11. Dezember, 20.00 Uhr
Eintritt: 4,- Euro. Ganz neu ist übrigens die 4er-Karte für 10,- Euro!!!

Bericht aus Bumsdorf XVIII

Wenn mein Schwager mich begrüßt, tätschelt er zärtlich meinen Bauch. „In welchem Monat bist du denn?“, fragt er dann.
In Wirklichkeit meint er natürlich: „Du bist zu dick.“
Das stimmt aber gar nicht, denn in Wirklichkeit bin ich bloß co-schwanger.
Co-schwanger wird man, wenn man sich so in seine schwangere Frau einfühlt, dass man die gleichen Symptome zeigt wie sie.
Sie hat einen Bauch. Ich auch.
Sie hat Rückenschmerzen. Ich auch.
Sie übergibt sich jeden Morgen. Ich nicht.

"Der charismatische Frontmann der legendären Formation"

Als ein Freund und ich vor 14 Jahren damit begannen, Musikrezensionen zu verfassen, war uns sofort eine Formulierung zuwider: „Der charismatische Frontmann der legendären Formation“. In exakt dieser Formulierung war uns die Floskel schon als Leser nämlich seit jeher ein Dorn im Auge. Wer entweder von Sprache oder von Musik keine Ahnung hatte, aber dennoch mit geschriebenen Musikrezensionen sein Geld verdienen wollte, bemühte diese Nichtaussage. Vor allem in Magazinen für jugendliche Randerscheinungen, deren Schreiber keine Germanisten sein mussten, um ihre Zielgruppe zufrieden zu stellen, tauchte dieses Satzfragment regelmäßig auf. Wahrscheinlich waren sich diejenigen Magazine, die diese Floskel einst erfunden hatten, bereits deren Aussagelosigkeit bewusst und vermieden sie. Man muss ja auch wirklich keine Ahnung von Musik haben, um zu erkennen, dass man da gerade völlig abgekaute Phrasen missbraucht.

Bericht aus Bumsdorf XVII - Der lange Marsch

Vor der Geburt war uns von verschiedenen Seiten versprochen worden, dass Säuglinge „18 Stunden oder mehr pro Tag schlafen“. Bei Nele handelt es sich eher um das Wochenpensum. Langsam verfestigt sich in mir der Eindruck, das Opfer einer groß angelegten Verschwörung zur Täuschung und Irreführung werdender Eltern geworden zu sein.

Es erfordert zudem einen nicht geringen Zeitaufwand, Nele ins Bett zu bringen. Sie will nämlich nicht schlafen. Noch nicht. Und eigentlich nie.

Hölderlin antwortet Schiller

am Sonntag, den 2. November 2008
in der Baßgeige - Kneipe und Jazz-Club
Bäckerklint 1, 38100 BS
Vortrag von Dr. Ingeborg Gerlach

Im Mittelpunkt soll nicht die sehr schwierige Beziehung zwischen beiden Dichtern stehen. Es geht vielmehr um die dichtungs- und kulturpolitischen Konzepte der beiden. Sie reagieren auf die Krise der Kultur angesichts der von Rousseau diagnostizierten Entfremdung des Menschen von der Natur und von sich selbst.
Schiller arrangiert sich mit den Verhältnissen, Hölderlin sucht einen Weg, die Verhältnisse zu ändern. Er bemüht sich (theoretisch und in seinen Gedichten) um neue Möglichkeiten, das Bewusstsein der Menschen zu verändern. Doch er kommt nicht gegen den Mainstream der Literatur an.
Schiller als etablierter Dichter dürfte nicht einmal gemerkt haben, dass Hölderlin sich in einem erbitterten Konkurrenzkampf mit ihm befand.

Leserbrief: die Quadriga

Nicht gedruckter Leserbrief zum BZ Artikel vom 23.10.08 - Jedem "im Pulverdampf ergrauten" Stahlbauer mit Baustellenerfahrung im In- und Ausland sträuben sich die Nackenhaare, wenn er das Trauerspiel der Quadriga verfolgt: Zunächst karrt man die tonnenschweren Baugruppen zwischen Polen und Deutschland hin und her, ehe man feststellt, dass die Statik nicht ausreicht. Und nun dieses Finale!

1) Man ist nicht in der Lage, sicherzustellen, dass die Aufnahmen in die Halterungen passen.
2) Man ordert Scheiben nach, die offensichtlich dilletantisch vermesen werden und auch nicht passen. Und
3) Man verstößt gegen grundlegende Sicherheitsbestimmungen, indem sich Monteure unter schwebenden Lasten aufhalten.

Und dies alles findet statt, während der Baukran der Fa. Schmidbauer mit exorbitant hohen Stundensätzen unverrichteter Dinge heraumsteht. Ganz offensichtlich wurde und wird bei diesem Projekt gegen elementare Grundregeln der Technik verstoßen, wie sie die alten Ägypter schon beim Bau der Pyramiden angewendet haben dürften. Der Berufsgenossenschaft ist dringend zu raten, auf dies Baustelle ein Auge zu werdfen, bevor es zu einem schweren Unfall kommt. Und die verantwortlich Beteiligten sollten sich ihr Lehrgeld wiedergeben lassen.
Florian Sosnitza Braunschweig

Bleibt der Löwe wirklich unser Wahrzeichen?

- Lokalteil Braunschweig BZ am Montag den 20.10.2008: "Größte Frau Braunschweigs wurde am Sonntag zum Fotostar ..."
- Direkt daneben in der Spalte "Hallo Braunschweig" erscheint ein kleines Briefmarkenfoto mit dem Burglöwen und einem Artikel von Ralph H. Meyer

Zum ersten Artikel von H. Duin: Tausende kamen zum Schloss, um die Landesgöttin Brunonia zu sehen... Die Ausmaße werden nochmals beschrieben und die Spende der Familie und Firma Borek erwähnt. Die Folgekosten für den Stadthaushalt natürlich nicht, ebenso, dass alles am Rat vorbei ausgehandelt wurde. Geschenkt zu teuer, wird man eines Tages sagen können. Schon jetzt lässt sich das gut ausrechnen.

Bitte nicht daran denken, Oberhäupter in Frage zu stellen!

Die RAF erhitzt die Gemüter, seit Stefan Austs Buch mit der falschen Interpunktion im Titel, „Der Baader Meinhof Komplex“, als Special-Effect-Spektakel ins Kino kam. Bei der ganzen Diskussion, die seitdem bundesweit geführt wird, bleiben einige Aspekte ziemlich außen vor: Der Grund für die Gewalt und der Bezug zu heute.

Dabei spricht der Film doch sogar den ersten Aspekt selber an, indem er Bruno Ganz in seiner Rolle als BKA-Präsident Horst Herold sagen lässt, dass man den Terrorismus erst dann verhindern kann, wenn man weiß, warum es ihn gibt. Der nächste Schritt wäre dann gleich die Antwort auf den zweiten Aspekt, denn wenn man weiß, warum es Terrorismus gibt, kann man dessen Gründe ja aus der Welt schaffen und aus der dann gleich eine bessere machen.

Bericht aus Bumsdorf XVI - Namen sind zwar Schall und Rauch, sagen aber dennoch ...

... viel über den aus, der sie vorschlägt, also passt auf, was Ihr sagt!

 

Lange haben wir über einen Namen für unsere Tochter nachgedacht – um uns dann für den allerersten Einfall zu entscheiden. Das ist wie beim Klamottenkauf. Man geht in ein Geschäft, probiert an, geht in noch ein Geschäft, probiert noch mehr an, geht dann noch in sieben weitere Geschäfte, um insgesamt dreiundzwanzig verschiedene Hosen – und: wo man schon mal da ist – auch noch den einen oder anderen Pullover sowie einige übergangsjacken anzuprobieren, die man dann auch gleich kauft, der Frühling steht ja schon in der Tür und klingelt Sturm. Dann geht man in den ersten Laden zurück und kauft die Hose, die man gleich am Anfang der achtstündigen Einkaufssession ins Auge gefasst hatte.

Wir dagegen sind so naiv gewesen und haben bei Freunden, Verwandten und Bekannten nach geeigneten Namen für den Spross meiner Lenden gefahndet.

Ein Name mit A soll es sein, ist die Vorgabe, wir wollen die Vorschläge von vornherein begrenzen. Und A steht ja auch am Anfang des Alphabets, ist das nicht irgendwie symboltr...

Bericht aus Bumsdorf XV - Eine kleine Nachtmusik

Wupp.

In regelmäßigen Abständen wurde ich durch die Luft geworfen. Wupp. Wupp. Wupp.

Pause.

Ich entspannte mich. Vorbei. Endlich vorbei.

WUPP. WUPP. WUPP. Ich fühlte die Stöße, die vom Fußboden ausgingen, noch deutlicher.

Seit Anfang des Monats hatten wir neue Nachbarn. Unter uns waren zwei Leute eingezogen, die noch jünger waren als wir.

Ihr Musikgeschmack war dementsprechend.

Techno. Tag und Nacht dröhnte diese Musik durch ihre Wohnung.

Na ja, eigentlich nur nachts, denn tagsüber schliefen sie ja, als Kunststudenten hatten sie wohl nicht allzu viele Verpflichtungen.

WUPP. WUPP. WUPP.

Es reichte mir.

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