Leserbrief zu BZ-Artikel "Landebahn: Gegner wollen sofortige Entscheidung", 23.12.2005

Betrifft: diverse BZ-Artikel zur Anhörung im Planfeststellungsverfahren zum geplanten Start- und Landebahnausbau, zuletzt BZ vom 23.12.2005: ‚Landebahn: Gegner wollen sofortige Entscheidung’

„Fair ist....“

Es ist schon bezeichnend für die Lage der betroffenen Bürger, wenn als Fairness gelobt wird, dass die Bürger ihre Bedenken und Sorgen in dem Verfahren artikulieren durften!

Fair ist sicher nicht, dass jetzt der Ausbau nur auf Grund von vagen zukünftigen Anforderungen von VW und DLR durchgesetzt werden soll. Die Ziele aber, die in 2004 den Ausbau begründeten: ‚Entwicklung von Charter- und Touristikflugverkehr’, werden jetzt, weil für eine EU-Finanzierung schädlich, offiziell zur Zeit nicht erfolgt, werden aber auch nicht abgesagt. Der Flughafen und die umliegenden Ortschaften sind über die Jahre so eng zusammengewachsen, dass heute der Flughafen gar nicht in diesem Umfeld neu gebaut werden dürfte.Obwohl der geplante Ausbau vom Umfang her quasi einem Neubau gleich kommt, spielt die Flughafengesellschaft die Maßnahme und deren potentielle Folgen aber mit dem Tenor ‚alles im Rahmen der bisherigen rechtlichen Regelungen’ herunter. Das heißt aber dann auch Touristikverkehr – der erst ab 2 MIO Passagiere pro Jahr wirtschaftlich ist – und womöglich VW just-in-time Logistikverkehr, und alles rund um die Uhr. Da das derzeit gültige Nachtflug’verbot’ bereits bis zu 7 Flüge pro Nacht erlaubt, müssen die betroffenen Bürger nach dem Ausbau durchschnittlich mit 1x Wecken jede Stunde in der Nacht rechnen.

Das ist doch – wie alles - nur fair.

Frank Gundel
BI Hondelage gegen den SLB-Ausbau


PS
Zur Ehrenrettung der Flughafengesellschaft sollte erwähnt werden, dass der Bundespräsident erst - nach obiger Veranstaltung - in seiner diesjährigen Weihnachtsrede ein ‚Mehr an Ehrlichkeit, Anständigkeit und Redlichkeit im Umgang miteinander’ gefordert hat.

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