Stimmen der Vernunft – Harald Kujat ( II )

Harald Kujat: „Ich bedaure sehr, dass unsere Bundesregierung nichts unternimmt, um unserem engsten Verbündeten in den Arm zu fallen…

(NDR Info, 12. April, 7.50 Uhr)

Harald Kujat ist beunruhigt, weil eine direkte Konfrontation zwischen Russland und den USA droht. Er befürchtet eine Katastrophe, die dann auch uns betreffen würde. Er ist offenbar von der Entwicklung so schockiert, dass er drastische Formulierungen wählt. Zum Beispiel:

 „Der Nato – Generalsekretär sollte den Mund halten im Augenblick.“

 Wer ist Harald Kujat? Ein unbedachter, unwissender Wutbüger?

Er ist als Generalinspekteur der Bundeswehr und dann als Vorsitzender des NATO – Militär-ausschusses (2002 – 2005) bekannt geworden. Er weiß also genau, wovon er spricht. Genauer als andere? Ja, denn er sieht an der Spitze wichtiger westlicher Staaten wenig kompetente Persönlichkeiten, er nennt sie sogar „einen Bund von Abenteurern, einen unerfahrenen französischen Präsidenten, eine britische Ministerpräsidentin, die innen-politisch unter Druck steht, und einen erratischen amerikanischen Präsidenten.“

Er warnt vor einem „völkerrechtswidrigen Angriff auf einen souveränen Staat“ (Syrien) und fährt fort, man könne nur hoffen, dass im Falle eines solchen Angriffes „Russland Zurückhal-tung und Mäßigung übt“. Sein deprimierendes Resumé:

„Unsere Sicherheit liegt jetzt in der Hand von Präsident Putin, nicht in der Hand von Präsident Trump.“

 Und weil er offenbar immer noch davon ausgeht, dass es Sache der deutschen Regierung sei, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden, kommt er in seinem fünfminütigen Interview ein zweites Mal auf diese zurück:

„Ich würde es sehr begrüßen, wenn die Bundeskanzlerin hier alles versuchen würde, mäßigend auf Trump einzuwirken.“

 Im Interview hat er allerdings noch mehr auf den mäßigenden Einfluss des amerikanischen Verteidigungsministers Mattis gehofft. Wohl zu Recht.

Mag sein, dass der Kelch der Eskalation mit dem gestrigen Militärschlag auf Syrien noch einmal an uns vorübergegangen ist. Aber Kujats Analyse bleibt aktuell. Denn das nächste Ziel, das Trump anvisiert, ist „Iran“. Und das ist ihm viel wichtiger als Syrien. Spätestens Mitte Mai wird er die Welt in die nächste Krise stürzen. Dann mit Unterstützung seines neuen Sicherheitsberaters Bolton, der schon vor Jahren hartnäckig für die Bombardierung des Iran warb.

(Nächste Folge: Simone Lange, SPD)


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