EHE FÜR ALLE – ein Fortschritt? Ein Zwischenruf zum Sommerlochfestival 2017

Die schwul-lesbische community feiert das im Oktober in Kraft tretende Gesetz „Ehe für alle“ als großen Erfolg. Das sei eine Anerkennung schwul-lesbischer Partnerschaft, endlich Homos und Hetero auf Augenhöhe, beide heiraten bis ans Lebensende.

Ich finde das untypisch. Typisch für die community ist nach wie vor die Möglichkeit wechselnder Partnerschaft. Für längere oder auch kürzere Zeit, nicht ohne Verantwortung füreinander.  Die hängt nun wirklich nicht an der Dauer der Partnerschaft.

Das gilt auch für die klassische Ehe zwischen Mann und Frau. „Für wie lange wollt ihr zusammenbleiben?“ fragte ein Pfarrer die Brautleute, die sich bei ihm zum Traugespräch eingefunden hatten. Er wollte von ihnen wissen, ob er bei der feierlichen Amtshandlung denn auch die Formel verwenden sollte „bis der Tod euch scheidet“. Die Brautleute entschieden sich unterschiedlich: mal mit „bis der Tod..usw, mal ohne. Das ist inzwischen kein Einzelfall. Beides kommt vor und ist Anlass zu einem gehaltvollen Gespräch.

Die Ehe ist in unserer Gesellschaft längst nicht mehr die alleinige Form von gelingender Partnerschaft. Die singles sind im Vormarsch mit ihren unterschiedlichen Formen von Partnerschaft. Die Ehescheidungen nehmen zu. Sowohl die Dauer einer Ehe so wie die Trennung einer Ehe stehen auf dem Prüfstand. Darüber hätte die Gesellschaft nachdenken sollen. Dass die schwul-lesbischen community hinter den bröckelnden Formen sexueller Partnerschaft hinterherläuft und nicht eigene Formen von verantwortlicher Partnerschaft entwickelt, finde ich kümmerlich.  Kein Grund groß zu feiern.

Der zerstörte Schlosspark im Herzen der Stadt - eine Dokumentation

Die damalige Dokumentation zum Kampf um den Schlosspark

Eine Informationsserie im Braunschweig-Spiegel in den letzten Wochen, befasste sich mit den ökonomischen und kulturellen Auswirkungen des Einkaufszentrums mit der vorgehängten Schlossfassade. Nun wollen auch wir, entsprechend der Braunschweiger Zeitung, an den Schlosspark erinnern. Weil Fotos, Filme und zahlreiche Dokumente vom Park, in seiner Schönheit, seiner Zerstörung und zum Widerstand durch die Schlossparkfreunde dokumentiert wurden, soll hier auf damaliger Original Web Seite daran erinnert werden.

Die Schlossparkfreunde treffen sich übrigens noch immer. Seit 12 Jahren jeden Freitag um 17:00 Uhr im Paradiso an der Ägidienkirche. Dieser Braunschweig-Spiegel ist auch ein Kind der damaligen Zeit, und Vieles mehr aus den demokratisch grenzwertigen Zeiten des OB Dr. Hoffmann.

 

Gedenktafel für Kuno Rieke zum 120. Geburtstag

 

Foto von links: Landtagsvizepräsident Klaus-Peter Bachmann, der Enkel von Kuno Rieke und Bürgermeisterin Annegret Ihbe

Eine Gedenktafel für Kuno Rieke, Präsident und Vizepräsident des letzten Braunschweigischen Landtages, wurde genau am 120. Geburtstag von Rieke an seinem früheren Wohnhaus, Waterloostraße 14, angebracht. Landtagsvizepräsident, Klaus-Peter Bachmann, erinnerte an das Leben von Rieke.
Bürgermeisterin, Annegret Ihbe, begrüßte die zahlreichen Anwesenden. Nach ihr sprach Klaus-Peter Bachmann, der als Niedersächsischer Landtagsvizepräsident quasi ein „Rechtsnachfolger“ von Kuno Rieke ist. Bachmann dankte Professor Dr. Biegel für die Erarbeitung des Textes der Gedenktafel.

„Garten der Erinnerung". Anja Hesse: "Wir sollten mit dem Bau beginnen".

Kulturdezernentin Dr. Anja Hesse erläutert den Stand der Planung.

Foto: Marcus von Bucholz

Kulturdezernentin Dr. Anja Hesse zum „Garten der Erinnerung“: „Ich wünsche mir, dass wir endlich mit dem Bau beginnen können“

 Ausgerechnet die BiBS als Erfinderin des „Gartens der Erinnerung“ verzögert jetzt den Bau. Angeblich geht es um den Bestand eines wilden Bolzplatzes für Kinder.Vor fast drei Jahren, im August 2014, gewann der romantische Mädchenname „Roselies“ in Braunschweig eine neue Bedeutung. Wie die BIBS-Fraktion im Rat der Stadt Braunschweig herausfand, stand der Name „Roselies“ nicht nur Pate für eine Nazi-Kaserne neben dem Lindenberg-Viertel, sondern gleichbedeutend für ein Kriegsverbrechen des Ersten Weltkriegs. Unter Beteiligung des Braunschweiger Infanterieregiments 92 wurde in dem kleinen belgischen Dorf 1914 ein Massaker an der Zivilbevölkerung verübt.

Seither haben sich Historiker, Ausschüsse, Bezirksräte, der Rat der Stadt, die Verwaltung, das Verwaltungsgericht und Anwohner mit dem Thema beschäftigt. Immerhin herrschte (gegen frühere Widerstände aus Teilen der CDU) irgendwann Einigkeit: Im heutigen „Roselies-Viertel“, dem Neubaugebiet auf dem ehemaligen Kasernengelände, soll in einem „Garten der Erinnerung“ dem Massaker gedacht werden. Dies umso mehr, als die Nachkommen der belgischen Opfer versöhnlich die Hand über die Grenze reichten und Braunschweig einen Besuch abstatten wollten. Da sieht man schon aus Marketinggründen ohne Gedenkstätte ganz schön schäbig aus.

G 20: +++ Stellungnahme zu den Ereignissen vom Wochenende +++

Wir, einige Geschäfts- und Gewerbetreibende des Hamburger Schanzenviertels, sehen uns genötigt, in Anbetracht der Berichterstattung und des öffentlichen Diskurses, unsere Sicht der Ereignisse zu den Ausschreitungen im Zuge des G20-Gipfels zu schildern.
In der Nacht vom 7. auf den 8. Juli 2017 tobte eine Menge für Stunden auf der Straße, plünderte einige Läden, bei vielen anderen gingen die Scheiben zu Bruch, es wurden brennende Barrikaden errichtet und mit der Polizei gerungen.

Uns fällt es in Anbetracht der Wahllosigkeit der Zerstörung schwer, darin die Artikulation einer politischen Überzeugung zu erkennen, noch viel weniger die Idee einer neuen, besseren Welt.
Wir beobachteten das Geschehen leicht verängstigt und skeptisch vor Ort und aus unseren Fenstern in den Straßen unseres Viertels.
Aber die Komplexität der Dynamik, die sich in dieser Nacht hier Bahn gebrochen hat, sehen wir weder in den Medien noch bei der Polizei oder im öffentlichen Diskurs angemessen reflektiert.
Ja, wir haben direkt gesehen, wie Scheiben zerbarsten, Parkautomaten herausgerissen, Bankautomaten zerschlagen, Straßenschilder abgebrochen und das Pflaster aufgerissen wurde.
Wir haben aber auch gesehen, wie viele Tage in Folge völlig unverhältnismäßig bei jeder Kleinigkeit der Wasserwerfer zum Einsatz kam. Wie Menschen von uniformierten und behelmten Beamten ohne Grund geschubst oder auch vom Fahrrad geschlagen wurden.
Tagelang.
Dies darf bei der Berücksichtigung der Ereignisse nicht unter den Teppich gekehrt werden.

Offener Brief "Die Zukunft hat eine lange Vergangenheit"

 

 

Sehr geehrte Damen und Herren,
Liebe Freundinnen und Freunde,

im Nachgang zur von der Stadt "genehmigten" und dann von der NPD kurz vor Beginn wieder abgesagten "Heldenverehrung" am Schilldenkmal auf dem Gelände der KZ Gedenkstätte Schillstrasse haben wir einen Offenen Brief an den Oberbürgermeister Ulrich Markurth und die Fraktionen im Rat der Stadt Braunschweig verfasst (s. PDF im Anhang).

Wir würden uns freuen, wenn Sie/Du/Ihr diesen Offenen Brief mitunterzeichnen würde(s)t.
Schickt dazu bitte eine Mail mit dem Betreff "Unterzeichnen" und Name, Vorname (ggfs. Funktion) oder bei Organisationen den Namen der Organisation/Gruppe/Initiative an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Mit freundlichen Grüßen
David Janzen, für das Bündnis gegen Rechts

Offener Brief

Filmemacher Kahl dokumentiert Deutsche SchülerAkademie 2 in Braunschweig

"Pressemitteilung"

Der renommierte Filmemacher Reinhard Kahl begleitet und dokumentiert die zweite Deutsche SchülerAkademie dieses Jahres in Braunschweig. Das teilte das bundesweite Talentförderzentrum Bildung & Begabung in Bonn mit. Im Zentrum der Arbeit des Journalisten und Bildungsexperten Kahl steht die Lust am Denken und Lernen. 93 Jugendliche forschen, diskutieren und musizieren vom 13. bis 29. Juli im CJD Braunschweig.

Die Deutsche SchülerAkademie richtet sich an besonders begabte, interessierte, neugierige und leistungsfähige Schüler der gymnasialen Oberstufen. 16 Tage erhalten die Teilnehmenden Einblick in die Welt der Wissenschaft und des interdisziplinären Arbeitens. Durch die intensive Auseinandersetzung mit einem der insgesamt sechs Kursthemen haben die Jugendlichen die Möglichkeit, ihre Talente zu entfalten und zu vertiefen.

Der Kurs "Von Ecken und Kanten" gibt eine Einführung in die Graphentheorie mit Fragen wie: „Wie viele Farben braucht man, um eine Landkarte so zu färben, dass keine zwei gleichfarbigen Länder aneinander stoßen?“. Ein weiterer Kurs befasst sich mit dem Thema: „Die Olympischen Spiele aus ökonomischer Perspektive.“

Grünes Licht: Braunschweiger Institut für Schulbuchforschung erhält weitere Förderung

Senat bestätigt dem Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung überzeugende Forschung und erfolgreiche Entwicklung.

 

Braunschweig, 12.07.2017

 

Der  Senat  der  Leibniz-Gemeinschaft  hat  auf  seiner  Sitzung  am  11. Juli 2017 in Berlin die Förderung des Leibniz-Instituts für internationale Schulbuchforschung (GEI) für weitere sieben Jahre empfohlen. Das 1975 gegründete  Braunschweiger Institut hat in seiner zweiten Evaluierung sehr gut abgeschlossen und mit der Verzahnung von Forschung, Forschungsinfrastrukturen und Wissenstransfer überzeugt.

 

Alle Leibniz-Einrichtungen werden regelmäßig von der Leibniz-Gemeinschaft evaluiert. Im Oktober 2016 besuchten daher unabhängige, international ausgewiesene Experten das Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig. An zwei Tagen verschaffte sich die Bewertungsgruppe einen persönlichen Eindruck von den Leistungen und Strukturen des Instituts. Ausgehend von der Ortsbegehung und einem zuvor seitens des GEI eingereichten Berichts erstellte der Senat der Leibniz-Gemeinschaft eine wissenschaftspolitische Empfehlung, die für das Institut sehr positiv ausgefallen ist: Somit stehen die Zeichen auf grün, dass Bund und Länder auf ihrer gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) einer erneuten umfassenden Förderung für die nächsten sieben Jahre zustimmen können.

Pablo Picassos Gemälde »Guernica« wird heute 80 Jahre alt

Heute vor 80 Jahren wurde Pablo Picassos »Guernica« erstmals öffentlich gezeigt.

Foto U. Meier

Pablo Picasso sollte im Auftrag der spanischen Republik ein kolossales Wandgemälde für den Pavillon der Pariser Weltausstellung malen, um Front zu machen gegen Franco und den von ihm angezettelten Bürgerkrieg. Doch es gelang zunächst nicht. Er saß vor der leeren Leinwand, es fiel ihm nichts ein, so die Berichte. Doch dann wurde die Kleinstadt Guernica, die heilige Stadt der Basken, von der deutschen Legion Condor und der italienischen Corpo Truppe Volontarie vollkommen durch Fliegerangriffe zerstört. 300 Menschen verloren ihr Leben. Guernica wurde zum Fanal.

Picasso erfährt aus den Medien von der Bombardierung. Er hatte sein Thema gefunden und schuf das grandiose Riesengemälde. Picasso zu seinem Gemälde und dem Motiv:

Es ist mein Wunsch, Sie daran zu erinnern, dass ich stets davon überzeugt war und noch immer davon überzeugt bin, dass ein Künstler, der mit geistigen Werten lebt und umgeht, angesichts eines Konflikts, in dem die höchsten Werte der Humanität und Zivilisation auf dem Spiel stehen, sich nicht gleichgültig verhalten kann.

Ausführliche Informationen

Dokumentation zum spanischen Bürgerkrieg

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