Flüchtlingsdrama in Uganda UNHCR muss Lebensmittelrationen kürzen

REPORT MÜNCHEN – 5.12.2017 - Ulrich Hagmann

Das bitterarme kleine Uganda hat nach UNHCR-Angaben 2016 mehr Flüchtlinge aufgenommen als ganz Europa zusammen. Zwar hat das Land jeder Flüchtlingsfamilie ein Stück Land angeboten, um eine Hütte zu bauen und Getreide und Gemüse anzubauen. Trotzdem wird die Nahrung immer knapper für die südsudanesischen Flüchtlinge im Norden Ugandas. Das UNHCR musste schon 2016 die Lebensmittelrationen kürzen. Es fehlt das Geld. Die internationalen Geberländer haben zwei Drittel der benötigten Summe einfach nicht überwiesen.

Adua hat nur einen Wunsch, endlich mal wieder ein ordentliches Frühstück. Doch dieser Schluck Wasser muss genügen, für den ganzen Schultag. Zu Essen bekommt die 13-jährige erst am Abend und das auch nicht jeden Tag. Adua ist eines von Hundertausenden Kindern, die aus dem Südsudan nach Uganda geflohen sind.

"Morgens bin ich immer sehr hungrig, auf dem Schulweg denk ich immer, ich müsste dringend was essen und dann ignoriert man das. Wenn ich meine Freunde treffe, quatschen wir viel und vergessen den Hunger. Aber am Nachmittag kommt er zurück. Das ist schrecklich. Manche würden am liebsten heulen, vor lauter Hunger." Adua, 13, Flüchtlingskind aus dem Südsudan

Der Großteil der über 1,5 Millionen südsudanesischen Flüchtlinge in Uganda sind Kinder wie Adua. Uganda hat die Flüchtlinge willkommen geheißen, jeder Familie ein Stück Land zugewiesen. Die Flüchtlinge haben Hütten gebaut, Mais angepflanzt. Doch die Ernte ist noch weit weg und die Nahrung wird knapp, auch hier in Uganda.

Hunger ist das große Thema in der Region. Im Südsudan tobt ein grausamer Bürgerkrieg. Die Bauern konnten deswegen ihre Felder nicht bestellen. Ernteausfälle sind die Folge. Täglich kommen immer noch viele Flüchtlinge in Uganda an und hoffen darauf vom UNHCR, dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, versorgt zu werden. Doch die Lebensmittel sind knapp, die Rationen reichen kaum zum Überleben.

"Sie geben uns keinen Zucker und auch kein Salz. Das einzige, was wir bekommen, ist Sojamehl, einen Liter Öl pro Monat und Hirse. Die Rationen sind sehr klein, es reicht meistens nicht einmal die Hälfte des Monats." Adua, 13, Flüchtling aus dem Südsudan

Direkt am Checkpoint Charlie, an diesem geschichtsträchtigen Ort mitten in Berlin, residiert das UNHCR, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen.
Hier wollen wir erfahren, warum Adua und ihre Geschwister, wie Millionen anderer Flüchtlinge nicht ausreichend versorgt werden von der Weltgemeinschaft.

Fotos: AbL Newsletter

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