Naturerleben - Tauben in der Stadt

An städtischen Tauben scheiden sich die Geister. Entweder man liebt sie, wie alles tierisch Lebendige oder man kann sie nicht ausstehen. Dann werden sie als "Ratten der Lüfte" verunglimpft.

In Braunschweig gibt es ein Fütterungsverbot, wie in zahlreichen anderen Kommunen auch. Besonders von älteren Damen mit subversiven Anwandlungen, werden sie heimlich doch gerne gefüttert und von unschuldigen Kindern auch. Endlich haben die mal ein Naturerleben neben ihrem langweiligen Goldhamster, der immer nur schläft.  Weil Tauben Höhlenbrüter sind, und es in der Stadt keine natürlichen Höhlen gibt, aber um so mehr künstliche, finden sie ausreichend Brutbiotope, sofern sie nicht durch Schutznetze oder andere Vergrämunginstallationen ferngehalten werden. Städte haben den Tauben also den Kampf angesagt. Wenn es jedoch um touristische Attraktionen geht, wie die beliebten Freisitze zum Beispiel auf dem Kohlmarkt, wo immer etwas Futter abfällt, oder gar um die Tauben auf Marktplätzen wie auf dem Markusplatz in Venedig mit Fütterungsgebot, dann sieht man gerne über die Tauben hinweg.

Im letzten Sommer auf dem Kohlmarkt verfiel eine Frau neben mir in einen Mitleidstaumel, weil sich eine Stadttaube zu unseren Füßen in Plastikmüll verfangen hatte. Sie war trotz aller Bemühungen (ich half mit) nicht zu fangen und zu reinigen. Die Frau stellte sich später als aktive Tierschützerin und Veganerin vor. In Braunschweig gehört sie einem Verein an, der sich besonders um das Wohl der Stadttauben kümmert - und natürlich auch um andere Tiere, z.B. Katzen. In anderen Kommunen gibt es auch entsprechende Vereine. Man mag davon halten was man will - egal, aber es wird dem Lebendigen Respekt gezollt. Das ist ein hoher ethischer Wert.

Lesen Sie hier: "Warum wir Stadttauben nicht lieben können" von Henrike Schirmacher.


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