Artensterben - na und?

Massives Artensterben! Na und, möchte man fragen? Was interessiert es mich, ob da ein paar Mücken, Pflanzen irgendwo auf dem Globus oder `ne Echse, auf nimmerwiedersehen entschwinden. Mein Leben wird dadurch nicht schlechter. Nichts ändert sich in dem Leben, das ich überblicken kann. So verlaufen immer wieder Gespräche, die nicht nur ich führe.

Stellen sie sich vor, sie gehen auf eine internationale Konferenz und verstehen die Konferenzsprache nicht. Werden sie dann sagen: Die Konferenz war ein Misserfolg, alles langweilige Themen. Wohl kaum, außer sie sind ein ausgemachter Dummkopf oder Lügner. Die Wahrheit ist, sie können sich kein Urteil erlauben, weil sie nichts verstanden haben.

Ähnlich ist es mit dem komplexen Thema Artensterben. Um das richtig zu verstehen, bedarf es eines biologisch-ökologischen Wissens. Doch nicht nur das: es bedarf auch einer geduldigen und geübten Beobachtung. Wenn manche RatsvertreterInnen lachen bei Vorschlägen gegen das Artensterbens, so wie immer wieder beobachtet (Themen: Baumschutz, ökologischer Balkonwettbewerb, Biotopschutz, Knoblauchkröte, Eremit usw.), dann ist das deren Unwissen zuzuschreiben. Kurz: Sie wissen nicht was sie tun.

Ligusterschwärmer

Zum Artensterben und seine Bedeutung für den Menschen hier einige Ausführungen:

"Betrachtet man eine artenreiche Wiese von oben, dann bietet sie zunächst Vögeln jede Menge Insekten und Würmer als Nahrung. Mit vielen Insekten überleben die Vögel und ihre Brut. Aus der Übersicht wird aber auch klar, wie wichtig sie für Menschen ist. Die Wiese liegt zwischen anderen Ökosystemen wie Wald, Fluss und Stadt, und diese Ökosysteme beeinflussen sich gegenseitig. Auch Menschen leben in einem Ökosystem, wenn auch technisch verändert wie in einer Stadt. Als Homo sapiens sind wir dennoch ein Teil der Natur und abhängig von den Leistungen, die die Tiere im System bringen. Wie etwa der Regenwurm. Vollständiger Beitrag in der TAZ.

Feuerwanzen

Nach den Erkenntnissen von WissenschaftlerInnen, die am Ökosystem Wiese arbeiten, löst das Verschwinden von einer  Pflanzen in einem Ökosystem eine ganze Lawine des Artensterbens aus. Das berichtet ein internationales Forscherteam unter der Leitung von Agrarökologen der Universitäten Jena und Göttingen in der wissenschaftlichen Zeitschrift "Nature". In einem aufwändigen Versuch, dem achtjährigen "Jena-Experiment", nahmen sie das Ökosystem Wiese unter die Lupe. "Erstmals konnte gezeigt werden, dass auf den Verlust einer Pflanzenart schneeballartig andere Arten verschwinden, was am Ende das gesamte Ökosystem destabilisieren kann", berichtet Studienautor Christoph Scherber schon vor einigen Jahren in einem im pressetext-Interview.

Hoch gefährdet sind die Ringelnattern. Hier zwei bei der Paarung. Foto Uwe Meier

Artensterben schlimmer als Klimawandel

Die Bewahrung der Artenvielfalt und des ökologischen Gleichgewichts ist eine größere Herausforderung als die Dämmung der negativen Herausforderung als die Dämmung der negativen Folgen des Klimawandels. Das behauptet Carsten Rahbek, Direktor des Zentrums für Makroökologie, Evolution und Klima der Universität Kopenhagen.

Sechstes Massensterben in Gang

Dass die Artenvielfalt und die Lage der Ökosysteme derzeit auf "Alarmstufe Rot" stehen, zeigt die Betrachtung aus Perspektive der Erdgeschichte. Das Artensterben verläuft derzeit um das 100- bis 1.000-Fache schneller als die natürlichen Rate, sodass man bereits vom "Sechsten Massensterben" spricht. Das letzte derartige Ereignis vor 65 Mio. Jahren, bei dem Dinosaurier und viele andere Arten verschwanden, ging auf globale Änderungen des Klimas und der Atmosphäre zurück, deren Auslöser Asteroiden und Vulkane waren.

Mehr Bewusstsein nötig

Artenschutz ist schwerer zu vermitteln als Klimawandel, sagt Görg. "Die Problemlage ist komplizierter und es gibt kein plakatives Ziel wie jenes der Zwei-Grad-Erwärmung. Was dem IPBES gelingen kann, ist einerseits die öffentliche Aufmerksamkeit für das Thema auf globaler bis lokaler Ebene zu verstärken. Andererseits soll er die vielen bestehenden Artenschutz-Mechanismen und Konventionen unter einen Hut bringen und verbessern." Denn während dem Klima Beschlüsse fehlen, gibt es diese bei der Biodiversität bereits - doch es scheitert an der Umsetzung. (pressetext.redaktion)

Und was hat das alles mit Braunschweig zu tun?

Auch in Braunschweig gibt es Biotope, die aufgrund ihrer Vielfalt unbedingt zu erhalten sind. Ein intaktes Gebiet ist besonders in Gefahr. Widerspruch gegen das Baugebiet kann noch bis zum 3.4.2018 eingelegt werden.

 


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