Buntes Braunschweig Teil 3: Die Straßennamen

»Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen —

doch es wachsen keine Blumen auf ihr.« (Vincent van Gogh)

In der Reihe „Buntes Braunschweig“ veröffentlicht der Braunschweig-Spiegel in loser Folge Ideen, welche das Leben in der Stadt bunter und lebenswerter machen. Jeder ist herzlich eingeladen, sich mit Ideen und Vorschlägen zu beteiligen und diese an die Redaktion zu senden!

In der dritten Folge veröffentlichen wir eine weitere Idee von B.E.R.N.D., der Braunschweiger EntwicklungsRunde Neues Denken, über eine mögliche Umbennenung von Braunschweiger Straße und Plätzen.

Der Anlass:

Es gibt zur Zeit eine wilde Diskussion um eine mögliche Umbennung des Berliner Platzes in Willy-Brandt-Platz. Der Vorschlag zur Umbenennung kam von der Verwaltung und stieß auf vielfältige Kritik. An dieser Diskussion möchten wir uns nicht beteiligen aus zwei Gründen: Zum einen halten wir die Idee eines Willy-Brandt-Platzes aus der Sicht des Stadtmarketings für langweilig, zum anderen halten wir es für undemokratisch, dass die Bürger des Platzes bei der Wahl eines neuen Namens nicht einbezogen wurden.

Bei der letzten Sitzung der Gruppe B.E.R.N.D. haben wir Ideen für eine kreative Umbennungen von Braunschweiger Straßen und Plätzen gesammelt und die folgenden Vorschläge entwickelt:

a) Braunschweig braucht mehr regionale Straßennamen

Buntes Braunschweig Teil 2: Der Affenfelsen

»Wir machen uns die Welt, widde widde wie sie uns gefällt!« (Pippi Langstrumpf)

In der Reihe „Buntes Braunschweig“ veröffentlicht der Braunschweig-Spiegel in loser Folge Ideen, welche das Leben in der Stadt bunter und lebenswerter machen. Jeder ist herzlich eingeladen, sich mit Ideen und Vorschlägen zu beteiligen und diese an die Redaktion zu senden.

In der zweiten Folge veröffentlichen wir eine weitere Idee von B.E.R.N.D., der Braunschweiger EntwicklungsRunde Neues Denken, über eine mögliche Umgestaltung des Studentenwohnheims „Affenfelsen“.

Das Problem:

Anlass unserer Analyse war ein Blogbeitrag eines finnischen Studenten, der seinen Angehörigen und Freunden seinen neuen Wohnort zeigt, den so genannten Affenfelsen. Das Bild ist von einer erschreckenden Trostlosigkeit.

So präsentiert sich Braunschweig in der Welt ...

Der Affenfelsen ist eines der zentralsten Gebäude in Braunschweig. Egal ob man über den Ring fährt oder von der Autobahnabfahrt Hamburger Straße in Richtung Stadt, der Affenfelsen ist für jeden sichtbar. Die rund 850 Wohnheimplätze werden von Studenten aus mehr als 60 Ländern bewohnt; man kann den Affenfelsen also auch als ein lokal-globales Dorf betrachten. Viele Braunschweiger und besonders die Bewohner des Gebäudes beschreiben das Aussehen jedoch als grau, trist und wenig ansprechend. Dies liegt nicht an der architektonisch in vielerlei Hinsicht interessanten Gestaltung, sondern an dem Farbton des Gebäudes, der eher an eine militärische Kaserne als an ein multikulturelles Studentenwohnheim erinnert. Auch aus psychologischer Sicht ist eine neue Gestaltung wünschenswert: Der Affenfelsen ist das Gebäude mit den zweitmeisten Selbstmorden in Braunschweig.

Experten-Hearing zu Eckert & Ziegler am 25.1.

In Braunschweig soll möglicherweise der Atommüll aus dem Rückbau derbundesdeutschen Atomkraftwerke gelagert und verpackt werden. Auch den Asse-Atommüll will die Firma Eckert & Ziegler konditionieren.

Unter dem Titel "Risiken bei der Verarbeitung von umweltgefährdenden Stoffen, insbesondere strahlender Abfallstoffe in der Nähe von Wohngebieten" findet am Mittwoch, den 25.01.2012 ab 18:30 Uhr in der Stadthalle ein öffentliches Hearing statt. Es dabei um die mögliche Errichtung einer Konditionierungsanlage für schwach- und mittelradioaktive Abfälle aus dem Rückbau der Atomkraftwerke. Der Standort liegt in unmittelbarer Nähe zu zwei Schulen und der Wohnbebauung in Braunschweig-Thune. Die Ergebnisse dieser Veranstaltung sollen den Mitgliedern des Braunschweiger Stadtrates bei der Entscheidung helfen, ob sie solch eine Anlage der Firma Eckert & Ziegler zulassen wollen.

Robin Wood und die Bürgerinitiative StrahlenSchutz (BISS) halten die Vorbereitung durch die Stadt bzw. das Gewerbeaufsichtsamt für alles andere als neutral. Sie bitten darum, das Hearing zahlreich zu besuchen und von der Möglichkeit gebrauch zu machen, Fragen an die anwesenden Experten zu stellen.

Mehr Informationen zum Thema unter http://www.braunschweig-biss.de

 


s. auch » Beitrag "Atomstrahlung im Wohngebiet?" im NDR-Fernsehen am 23.1.2012 (hinzugefügt von Admin)

Männer, Beton und die Königliche

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Fast ausschließlich Männer verfolgten einen entscheidenden Bauabschnitt der Brücke über die Oker am Botanischen Garten. Anscheinend haben die einen besonderen Hang zum Bauen, denn auch in den vielen Monaten zuvor waren es fast nur Männer, die von der Holzbrücke den schleppenden Bauabschnitt verfolgten (ich übrigens auch!).

Herrn Stachura von der Braunschweiger Zeitung sei dank, dass er heute auf den Betonguss hinwies, sodass dieses "kulturelle Ereignis" an der männlichen Bevölkerung unserer Stadt nicht vorbeiging.

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Stellplätze und Siedlungsgestalt in der Südstadt

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130 Südstädter kamen am 28. März in den Bürgertreff Roxy und folgten damit dem Aufruf der Stadtverwaltung, die Stellplatzsituation in der Südstadt öffentlich zu erörtern. Seit im Bereich zwischen Luchtenmakerweg und Welfenplatz zwei Hauseigentümer vom Bauamt aufgefordert worden sind, nicht genehmigte Einstellplätze zurückzubauen, ist eine heftige Diskussion um den gestalterischen Wert der durch Hecken gefassten Vorgärten in der Südstadt entbrannt.

Zukunftsperspektiven der postfossilen Stadt

Im Haus der Wissenschaft der TU fand am Di, 18.01. eine Podiumsdiskussion mit vorherigen Kurzreferaten der fünf eingeladenen Gäste statt.

Als Veranstalter stellte zuerst Prof. Stephan Rammler (HBK, Institut für Transportation Design) die Frage nach einer anderen Art der Mobilität. Um die Denkweise für eine andere Art der Mobilität zu begründen, nannte er - frei nach Helmut Schmidt - vier kulturelle Transformationsprozesse, die uns vor gewaltige Herausforderungen stellen werden:

  1. Die Zunahme der Weltbevölkerung
  2. Religiös-fundamental motivierte Kriege
  3. Den Klimawandel mit seinen Folgen
  4. Den Umgang der Politik mit Ressourcen


Rammler wirbt für eine Änderung der Region durch Strategien gelingenden Lebens.

Der ebenso rhetorisch begabte Prof. Mönninger (HBK, Geschichte und Theorie der Raum- und Baukunst) stellte einige Flächennutzungspläne der Stadt Braunschweig ab 1945 vor. Er hob hervor, dass 50% der zersiedelten Fläche in Braunschweig Verkehrsflächen sind. Das verwundert auch nicht, da der Städtebau in Verbindung mit der Zersiedelungspolitik die Wirtschaftskraft schlechthin im 21. Jahrhundert darstellte. Es wurde eine so genannte Konsumstimulanz geschaffen durch den Bau von Vororteigenheimen bevorzugt für den gehobenen Mittelstand (BS-Lincolnsiedlung).

Prof. Uwe Brederlau (TU Braunschweig, Institut für Städtebau und Landschaftsplanung) stellt ebenfalls ein Szenario bestehend aus drei Aspekten vor:

Wieder ging ein Park verloren

Mit dem Abriss der ehemaligen Öffentlichen Bücherei verlieren wir in Braunschweig eine weitere innerstädtische Grünfläche. Dieser Park war nicht groß, aber eine Oase der Ruhe in der Innenstadt. Auf den schattigen Bänken konnte man sich im Sommer ausruhen, ohne Geld für eine Bewirtung ausgeben zu müssen.

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Juli 2008

Darüber hinaus profitierten noch viele andere von dieser Grünanlage: Vögel und sonstiges Getier sowieso, aber auch die Bewohner und Passanten. Abgesehen von dem wohltuenden Anblick wurde Staub aus der Luft gefiltert und die Luftfeuchtigkeit erhöht – was besonders in heißen Sommernächten etwas Abkühlung brachte.

Dass auch kleinere Parkflächen besonders effektiv sein können, haben Wissenschaftler der TU Berlin festgestellt.

Auch der BUND Braunschweig hat sich deshalb für den Erhalt dieser Fläche eingesetzt. Vergeblich, wie man sieht.

 

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Januar 2011

 

Das braunschweiger forum wird 30

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Am kommenden Wochenende feiert das braunschweiger forum, Verein zur Förderung für bürgernahe Stadtplanung, das 30-jährige Bestehen mit einem vielfältigen Programm. Es rankt sich rund um die Thematik ökologischer Stadtumbau. Alle Mitglieder und Freunde/Freundinnen des Vereins sind herzlich eingeladen.

Stuttgart 21 - das kennen wir in Braunschweig, denn Stuttgart ist überall

Parkvernichtung, Kaufkraftentzug aus der gewachsenen Innenstadt, Demonstrationen, Missachtung der Bürger, Kungeleien zwischen Politik, Stiftungen und Geldadel, nicht eingehaltene Versprechungen, Bauwerke, die kaum einer will und braucht: Das kennen wir alles in Braunschweig, vor allem die Durchsetzung des ECE-Kaufhauses und natürlich auch die Bürgerverachtung! Das Beispiel Braunschweig bot genug Anlass für die Magazinsendung plusminus der ARD, das Thema Stuttgart 21 auch in Braunschweig zu recherchieren:

Hier der sehenswerte plusminus-Beitrag.

Es hat den Anschein, daß nur noch mit Verschleierung, Informationszurückhaltung und Lüge der Mächtigen Großprojekte durchzuziehen sind. Die Macht der selbst geschaffenen Tatsachen wird provoziert, um demokratische Teilnahme der Bürger zu verhindern. Wird die eingefordert, gibt`s Prügel von extra dafür und wohl auch für mehr ausgebildete Polizisten und/oder die Kriminalisierung unbescholtener Bürger.

Selbstverständlich kommt auch der Braunschweiger Stadtplaner und Architekt Dr. Holger Pump-Uhlmann (u. a. Shopping-Mall und ECE-Experte) im plusminus-Beitrag zu Wort, wobei der Hinweis auf das Buch von ihm und Mitautoren "Angriff auf die City - Korrigierte Ausgabe: Kritische Texte zur Konzeption, Planung und Wirkung von integrierten und nicht integrierten Shopping-Centern in zentraler Lage" nicht fehlt.

Stadtverwaltung will sich das Ausbluten der alten Einkaufsmeilen nicht länger mitanseh

"Die Stadt will sich das Ausbluten der alten, einst pulsierenden Einkaufsmeilen nicht länger mitansehen.", ist am 21.11. in dem Artikel "Make up fürr alte Geschäftsmeilen"  im Braunschweig-Teil der BrZ (nicht in newsclick verfürgbar) zu lesen. Wie Herr Jonscher formuliert, ist in der Innenstadt festzustellen: "Je weiter man sich vom Schloss entfernt, desto mehr bröckelt es ab." (Mit "es" ist nicht das "Schloss" gemeint, denn die Fassade bröckelt ja beim Näherkommen. Mit dem "es" sind wahrscheinlich Umsätze und Optik gemeint.) Deshalb hat die Stadt "gemeinsam mit der Stadtmarketing GmbH" "zwei innerstädtische Wiederbelebungsprojekte ins Leben gerufen": das Projekt "Quartiersmanagement - Aufwertung des westlichen Innenstadtrandes" und das "Eigentumerbürndnis Bankplatz/Friedrich-Wilhelm-Straße". Ersteres wird mit Steuergeldern in Höhe von 100.000 EUR und zweiteres mit Steuergeldern in Höhe von 40.000 EUR gefördert.

So beginnt also nun auch in Braunschweig die "ECE-Nachsorge". Nachdem mit städtischem Eigenturm die ECE-Ansiedlung im Schlosspark unterstürtzt wurde, werden nun Steuergelder investiert, um die Folgen dieser Ansiedlung zu mildern. Was fürr eine Logik!

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