150 Jahre Neuerkerode: "Die Köpfe barrierefrei machen"

Rüdiger Becker über das Behindertendorf Neuerkerode

Reizthema Inklusion - ein Gespräch mit Rüdiger Becker, Direktor der Ev. Stiftung Neuerkerode. Neuerkerode ist ein Dorf mit gut 700 allesamt mehr oder weniger geistig behinderten Bewohnern. Zum 150. Jubiläum wünschte sich der Leiter und Pastor Rüdiger Pecker, statt eine Festschrift einen Graphic.

Zum Comic und anschliessend das Interview bei "aspekte" (ZDF) mit Raul Krauthausen über Inklusion

Nach zweijähriger Recherche in Neuerkerode wagt der Zeichner und Autor Mikael Ross mit seiner neuen Graphic Novel Der Umfall einen Perspektivwechsel, und erzählt aus Noels Sicht von den Tiefschlägen und Höhenflügen eines jungen Mannes mit geistiger Behinderung.

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1918 – War es in Braunschweig eine Revolution?

Dietrich Kuessner spricht über die zur Zeit viel behandelte Novemberrevolution in Stadt und Land Braunschweig unter der Frage: »War es eine Revolution?«.
zum Mitschnitt: https://youtu.be/VbGxsFBVdTc

Anhand selten zitierter Quellen betont Kuessner die Rolle der Kontinuitäten in Regierung und Verwaltungen, die eine Revolution früh erstickten. Er führt seine Thesen in der von Wulf Otte und Maik Ohnezeit veröffentlichten Darstellung »Von der Monarchie und Demokratie« fort.

Dieterich Kuessner, Pfarrer in der Braunschweigischen Landeskirche i. R. Er hat sich in den letzten 40 Jahren mit der Geschichte des Braunschweigischer Landes und der Braunschweigischen Landeskirche im Nationalsozialismus kritisch auseinandergesetzt.

Roselies-Gedenken 2018 - auch am Volkstrauertag

Für die "Freunde des Traditionsverbandes Panzerbataillon 24, Panzerregiment 6" sind es "Ehren"steine im "Ehrenhain" am Möncheweg der Lindenbergsiedlung im Neubaugebiet der ehemaligen Roselies-Kaserne. Für die BIBS ist es eher eine  Schande, dass bis heute dort neben Truppenverbänden der Wehrmacht auch dem herzöglichen Infanterieregiment 92 und auch noch der "Schutztruppe Deutsch-Südwest" (heutiges Namibia) gehuldigt wird. Immerhin geht es da um mittlerweile aufgearbeitete Kriegsverbrechen.

Offensichtlich möchte man damit etwas verdeckt dem Führer der Reichswehrtruppe, Georg Maercker, huldigen, der im Jahre 1919, neun Jahre nach dem Völkermord an den Hereros und Namas in Südwest-Afrika, hier in Braunschweig vor einhundert Jahren die Räterepublik zerschlug.

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Überregionales Echo auf Braunschweiger Ausstellung „Brutal modern“

Museumsdirektorin Dr. Heike Pöppelmann vor einem Foto des Braunschweiger Bahnhofs. Er sollte Roma Termini nachempfunden werden, steht aber bis heute an der falschen Stelle. Foto: Klaus Knodt

Unter der nur noch leidlich originellen Überschrift „Ist das Baukunst oder kann das weg“ befasst sich auch die „taz“ am 13. November mit der aktuell laufenden Ausstellung „Brutal modern – Bauen und Leben in den 60ern und 70ern“, die derzeit im Braunschweigischen Landesmuseum gezeigt wird. Autorin Bettina Maria Brosowsky hebt insbesondere die Ausstellungs-Teilaspekte zum Braunschweiger Bahnhof und den Wohnsiedlungen Schwarzer Berg (BS) sowie WOB-Westhagen hervor.

Im braunschweig-spiegel berichtete bereits Klaus Knodt zur Eröffnung über die Ausstellung

Unter diesem Link finden Sie die Ausstellungs-Kritik der „taz“.

Versöhnung – das größere Konzept von Gerechtigkeit

Sie ist ein Fall für den Gerichtssaal: Die Gerechtigkeit. Und all das gehört dorthin: Recht sprechen. Die Wahrheit herausfinden über ein Verbrechen. Den Menschen zu Wort kommen lassen, dem Gewalt angetan wurde. Und denjenigen damit konfrontieren, der sie ausübte. Zeugenaussagen, Beweise für den Tathergang, Verhöre, Anhörungen, Plädoyers. Es gilt die Unschuldsvermutung. Dem Täter darf keine Gewalt angetan werden, denn auch seine Würde ist unantastbar. Zum Originaltext und zum Anhören.

Auf der Suche nach dem ultimativen Löwen-Kakao in kolumbianischen Urwäldern

Vortrag von Dr. Uwe Meier, Braunschweig

Dienstag, 13. November 2018, 19:00 Uhr


Veranstaltungsort: Hörsaal des Instituts für Pflanzenbiologie, Humboldtstraße 1
Veranstalter: Freunde des Braunschweiger Botanischen Gartens e.V.

Eigentlich war das Unterfangen den ultimativen Kakao in den Urwäldern Kolumbiens zu suchen verrückt. Aus vielerlei Gründen - und keiner der Gründe sprach für Vernunft. Etwa vier Jahre dauerte es, bis ich das Objekt der Begierde fand. Aber damit hatte ich noch keinen Schokoladenlöwen.

Eines sei jedoch schon jetzt verraten: Das größte Problem waren nicht die Gefahren von gewaltbereiten Menschen oder gar wilde Tiere, einschließlich der plagenden Insekten; das größte Problem war die Unzuverlässigkeit der Menschen, sowohl in Kolumbien als auch in Braunschweig. Es war wie eine Achterbahnfahrt in der Problembewältigung. Trotzdem, die Bilanz ist herausragend positiv. Tolle Menschen habe ich getroffen, wunderbare Unterstützung erfahren. In Kolumbien in den Regenwäldern und in Braunschweig. Dafür bin ich dankbar, denn das gibt ein unglaublich gutes Lebensgefühl. (um)

Offizieller Flyer

Webseite

 

 

A la Bonnaire: Ein gar nicht divenhafter Stargast zum Braunschweiger Filmfest

Foto: Marcus von Bucholz

„Ich will nicht lange reden. Es gibt sicher Raucher hier im Saal.“ Mit diesen Worten nahm Stargast Sandrine Bonnaire ihre „Europa“, den mit 20.000 Euro dotierten Filmpreis des Braunschweig International Film Festival entgegen. Die scheue Schöne mit dem „Lächeln einer frischen Meeresbrise“ (Laudator Horst Peter Koll, langjähriger Chefredakteur des Branchendienstes Filmdienst“) pfiff auf jede Etikette. Statt im kleinen Schwarzen enterte die 51-Jährige Französin in einem dunkelblauen, knöchellangen Mantelkleid die Bühne zur Auszeichnung im Staatstheater. Und auf der anschliessenden Feier im Louis-Spohr-Saal vergnügte sie sich statt mit Champagner mit Braunschweiger Flaschenbier auf dem Balkon. Sowas nannte man früher „Antistar“.

Can-Legende Irmin Schmidt. Foto: Marcus von Bucholz

Dabei hat Sandrine Bonnaire 66 Filme gedreht, mit Regie-Ikonen wie Claude Chabrol, Maurice Pialat, und vor allem Agnès Varda. „Varda hat mit das Schauspielen beigebracht“, bekannte sie freimütig vor der Preisverleihung im Künstlergespräch mit Daniel Kothenschulte. Nur ein Meter vor ihrem Publikum auf einer kleinen Sesselgarnitur im C1 Cinema, sparte sie auch nicht mit Kritik aus ihrem künstlerischen Leben: „Ich war noch jung, als ich mit Depardieu drehte, und er war schrecklich zu mir. Noch schlimmer zu Sophie Marceau.“ Nach ihren Anfangserfolgen als 16- und 17-Jährige (zweimal mit dem 'César' ausgezeichnet) wurde sie darauf festgelegt, sich in Filmen nackt zu zeigen. „Und irgendwann war ich's echt leid.“

Im Probensaal des Großen Hauses gab Irmin Schmidt sein Konzert. Foto: Marcus von Bucholz

In ihren eigenen Regiearbeiten als reife Frau (leider lief ausgerechnet parallel zur Preisverleihung ihr Drehbuch-Erstlingswerk „Maddened by his Absence“ - ein Fehler der Filmfest-Organisation) reflektiert sie heutige Frauenrollen und -bilder, lebt die Lust an der Manipulation aus. Den Vorwurf, als Kindfrau nur Objekt gewesen zu sein, kontert sie mit dem Satz: „Wenn du nicht zu doof bist, das Drehbuch zu verstehen, kannst du die Rolle auch spielen.“

Mit ihrem weiblichen Selbstbewusstsein führt Bonnaire die Riege der diesjährigen „BIFF“-PreisträgerInnen an, die in der Mehrzahl weiblich waren. Lisa Brühlmann aus der Schweiz erhielt den „Kinema“ für ihr Jugenddrama „Blue my Mind“, entgegengenommen von der phantastischen jungen Hauptdarstellerin Zoe Pastelle Holthuizen. Das Publikum war gerührt, als die indische Regisseurin Rohana Gera über den „Heinrich“ für ihren Film „Die Schneiderin der Träume“ vor Glück weinte.

Sandrine Bonnaire während des Filmgesprächs im C1 Cinema. Foto: Marcus von Bucholz

Neu im diesjährigen Preisreigen waren u.a. die Verleihung des „Green Horizons Award“ und des „Queer Award“. Letzteren überreichte Niedersachsen Sozialministerin Dr. Carola Reimann an Olga Chajdas für ihr Drama „Nina“, in dem ein ungleiches Paar auf die Leihmutter Magda trifft – und sich plötzlich eine schwierige Liebe mit komplizierten Verwicklungen ergibt. „Ich bin froh, dass mein Ministerium solche Filme mit einem zeitgemässen Einblick in die queere Kultur auch in Zukunft fördern wird“, so die Ministerin.

Preisträgerin Zoe Pastelle Holthuizen im Interview mit Moderatorin Anja Backhaus. Foto: Marcus von Bucholz

Das von vielen Filmkonzerten in Zusammenarbeit mit dem Staatsorchester Braunschweig geprägte Festival hielt für „Can“-Komponist und Bandleader Irmin Schmidt den Preis „Weißer Löwe“ bereit. Der 81-Jährige Stockhausen-Schüler verriet in seiner Dankrede das Geheimnis für eine gelungene Bandgründung: „Ich brauchte einen Rockgitarristen und einen Jazzschlagzeuger für meine Kompisitionen. Und dann galt nur, ohne ein 'oben' und 'unten' zusammen zu spielen.“ Das gelang ihm meisterhaft am vergangenen Mittwoch mit den Musikern des Braunschweiger Staatsorchesters auf der Probebühne – sehr zur Freude der glücklichen ZuhörerInnen, die eine Karte ergattert hatten.

Festivaldirektor Michael P. Aust bei der Preisverleihung mit seinen Stargästen Sandrine Bonnaire und Irmin Schmidt. Foto: Marcus von Bucholz

Filmfest-Direktor Michael P. Aust freute sich über die hohe Anteilnahme der Braunschweiger an der fünften Filmfest-Ausgabe unter seiner Leitung. „Wir hatten eine tolle Unterstützung und Vernetzung mit dem Staatstheater“ freute sich der Macher des mittlerweile viertgrößten Film-Events in Deutschand. Eine Gruppe von Film-Enthusiasten lobte in diesem Jahr erstmals einen eigenen Preis aus. Und Szenegastronom Wolfgang „Elvis“ Haberkamm („Vier Linden“) stiftete einen Preis für die Filmreihe „Heimspiel“, die in diesem Jahr der Streifen „My favorite Fabric“ Gaja Jiji erhielt.

Gastronom Wolfgang „Elvis“ Haberkamm von den "Vier Linden" Foto: Marcus von Bucholz

Das Braunschweig International Film Festival konnte in diesem Jahr mit seinen thematischen Schwerpunkten alle Erwartungen des Publikums erfüllen und hat sich im Zusammenspiel der Institutionen Kino, Theater, lokale Veranstaltungsräume und Städtisches Museum (dort fand das Abschlusskonzert „Im Westen nichts Neues“ statt) zu einem kulturellen Event der Stadt entwickelt.

Galerie alle Fotos Marcus von Buchholz

 

 

100 Jahre Kriegsende St. Katharinen am 11.11.

 

Weltweites Glockenläuten erinnert an Ende des Ersten Weltkrieges

Mit weltweitem Glockenläuten soll am 11. November an das Ende des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren erinnert werden. In zahlreichen Ländern würden an diesem Tag zur Mittagszeit Glocken erklingen, um damit den über 17 Millionen Opfern des Ersten Weltkriegs zu gedenken.

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Novemberrevolution - heute vor 100 Jahren wurde der Herzog abgesetzt

Heute vor einhundert Jahren, am 8.11.1918, dankten die Herzöge ab und die Demokratie hielt Einzug in Braunschweig. Nachdem an diesem Tage vormittags erneut tausende Menschen gegen die Zustände im Herzogtum demonstriert hatten und auf dem Schloss die rote Fahne gehisst wurde, ging nachmittags eine Abordnung unter der Führung von August Merges in das Schloss und forderte Herzog Ernst August zur Abdankung auf. Dieser dankte nach kurzer Bedenkzeit ab und verließ Braunschweig am Tage darauf.

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Staatstheater Braunschweig: Nur die Carmen schlug den Lukas

Vier von fünf BraunschweigerInnen waren einmal im Jahr in ihrem Theater

Ob umstritten oder nicht – die „Carmen“ auf dem Burgplatz war das Zugpferd in der Zuschauergunst der Theaterbesucher. Foto: Staatstheater Braunschweig / stage picture Bettina Stoess

198.121 zahlende Zuschauer haben in der ersten Spielzeit von Generalintendantin Dagmar Schlingmann Aufführungen des Staatstheaters oder des Staatsorchesters besucht. Somit waren, statistisch gesehen, 4 von 5 BraunschweigerInnen einmal im Jahr im Musentempel in den Wallanlagen, den kleinen Spielstätten des Neuen Hauses oder Konzerten in der Stadthalle. Und auf dem Burgplatz. Und da beginnt das Problem.

Allein 24.859 Personen; sprich: ein Achtel der gesamten Jahresbesucherzahl, entfiel auf das „Event“ Burgplatz Open Air, das trotz vielerlei künstlerischer und dramaturgischer Schwächen (wir berichteten mehrfach) einen Publikumsmag-neten darstellte – da kann man sehen und gesehen werden und hinterher stolz den „Torrero“-Anstecker an die Bluse klemmen. Damit hat die „Carmen“ in der abgelaufenen Saison klar „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ geschlagen. Das wundervolle Weihnachts-Kinder-Familienevent rangierte mit 20.828 BesucherInnen auf Platz 2 des Saisonrankings. Womit schon fast 25 Prozent der Staatstheater-Saisonauslastung abgedeckt wären.

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