Staatstheater: Thementage zu Flucht und Migration

Generalintendantin Dagmar Schlingmann (mit Mikrofon) stellte die Themenwoche „Escape to Life“ im Staatstheater Braunschweig vor. Foto: Klaus Knodt

Mit dem Bühnenstück „LeHavre“ wurde das Sujet bereits thematisiert, jetzt legt Braunschweigs Staatstheater noch eine Schippe drauf: Vier Tage in der ersten Aprilwoche widmen sich Großes und Kleines Haus dem Thema „Europa und die Chronologie der Flucht“ unter dem Titel „Escape to Life“. Dabei setzen die MacherInnen nicht nur auf klassische Arten der Werkvermittlung. Generalintendantin Dagmar Schlingmann: „In Stücken, Konzerten, Performances, Lesungen, Vorträgen und Gesprächen suchen wir nach Verschränkungen zwischen Theater und Musiktheater, wollen zum Teil auch die Zuschauer mit einbeziehen.“ Dazu, so Schlingmann, habe man sich auch in Kooperationen mit dem Land Niedersachsen, dem Deutschlandfunk Kultur, der Mobilen Akademie Berlin und vielen Braunschweiger Persönlichkeiten und Institutionen begeben.

Weiterlesen: Staatstheater: Thementage zu Flucht und Migration

Braunschweiger Erzählfestival 2018

Erzähl mir eine Geschichte!

Es gibt wohl keine Kinder und Eltern, die nicht gerne frei erzählten Geschichten lauschen, oder? Darum laden wir zum 3. Braunschweiger Erzählfestival vom 16.-18. März 2018 ein.

Spannendes, Heiteres, Abenteuerliches, Verwunschenes und Unglaubliches gibt es auf dem Schimmelhof (Hamburger Straße 273) im Theater Das KULT an diesen Tagen zu hören. Geschichten- und MärchenerzählerInnen, Papier- und SchattentheaterspielerInnen lassen die „Kunst guter Geschichten“ für Groß und Klein lebendig werden. Von den insgesamt 33 Veranstaltungen sind allein 20 für die Vier- bis Zwölfjährigen geeignet und natürlich auch für die Erwachsenen.

Weiterlesen: Braunschweiger Erzählfestival 2018

„Philibert und Fifi“ im Städtischen Museum: Widerstand mit spitzem Stift

 

Das kleine Strichmännchen „Fifi“ ist ein ständiger Begleiter in Philibert’s Karikaturen. Repro: Marcus von Bucholz

 Fast 70 Jahre haben diese Kostbarkeiten in archivarischer Dunkelheit geschlummert. Das Städtische Museum Braunschweig holt jetzt erstmals alle 80 erhaltenen Zeichnungen des französischen Malers und Karikaturisten Philibert Charrin (1920 bis 2007) in die Öffentlichkeit, die er als Zwangsarbeiter der Nationalsozialisten in einem österreichischen Arbeitslager anfertigte – konspirativ, mit spitzem Stift, subtilem Humor und in ihrer entlarvenden Lächerlichkeit zersetzend. Immer wieder begleitet seine Zeichnungen, fast wie eine Signatur, das schmunzelnde Strichmännchen „Fifi“, das in seiner naiv erscheinenden Arglosigkeit kontrapunktisch die herrschenden Heldenmenschen ins Abseits des Absurden verdammt.

Weiterlesen: „Philibert und Fifi“ im Städtischen Museum: Widerstand mit spitzem Stift

Kommt ein Dino geflogen

 

 

Allein der Kopf des mit messerscharfen Säbelzähnen bewaffneten Urzeit-Räubers war fast drei Meter lang.   Foto: Marcus von Bucholz

1,1 Tonnen schwer, 14 Meter lang und gut 6 Meter hoch – dieser Koloss aus der Gattung „Spinosaurus“ bewohnt seit heute den Braunschweiger Burggraben. Das Dino-Modell ist Werbeträger für die nächste Sonderausstellung des Staatlichen Naturhistorischen Museums in der Burg Dankwarderode. Sie beginnt am 14. April und soll zwei Monate laufen.

Per Teleskopkran wurde des massige Körper von „Spinosaurus“ vor der Burg Dankwarderode in Position gebracht. Foto: Marcus von Bucholz

Mit Teleskopkran und viel handwerklichem Eifer wurde das Modell des vor rund 100 Millionen Jahren lebenden früheren Sumpfbewohners an Ort und Stelle montiert. Museumsdirektor Professor Dr. Ulrich Joger: „Das Modell wurde in Chicago gebaut und heute direkt aus Valencia in Spanien angeliefert. Vorbild standen Fossilienfunde, die vor über 100 Jahren und dann noch ein Mal vor 5 Jahren in Marokko entdeckt wurden.“

 

Ein Arbeiter montiert den Rumpf der Figur im Dino-Inneren. Vom 14. April bis zum 15. Juli zeigt das Staatliche Naturhistorische Museum die Ausstellung „Spinosaurus – der rätselhafte Riese“. Foto: Marcus von Bucholz

Der seltene Spinosaurus war vermutlich Fischfresser und besass ein riesiges Rückensegel, über dessen Funktion die Wissenschaft bis heute debattiert. Joger: „Möglicherweise setzte er es ein, um Rivalen gegenüber größer zu erscheinen. Es kann aber auch sein, dass es stark durchblutet der Temperaturregulierung diente.“ Der Braunschweiger Wissenschaftler war vor wenigen Tagen an den Original-Ausgrabungsstätten in Marokko unterwegs und sichtlich fasziniert von der nachempfundenen Darstellung.

Gegen seinen Plastikkameraden im Burggraben war das Original wohl noch imposanter. Berechnungen ergaben ein stolzes Lebendgewicht von rund 10 bis 15 Tonnen. Anders als im Film „Jurassic Park“ ist Spinosaurus aber wohl nie seinem bekannteren Rivalen T. Rex begegnet. Spinausaurus lebte vor 96 Millionen Jahren und war längst ausgestorben, als der (übrigens kleinere!) Tyrannosaurus die Welt unsicher machte.

 

Uwe Timm im Kolleg: Eine Reise in die Erinnerung

Uwe Timm an alter Wirkungsstätte: Zwischen 1961 und 1963 machte der Romancier und Literat am Braunschweig-Kolleg sein Abitur. Foto: Marcus von Bucholz

In den Sechziger Jahren machte er am Braunschweig-Kolleg sein Abitur, jetzt kehrte Uwe Timm an alte Wirkungsstätte zurück: Der mittlerweile promovierte Autor, Drehbuchschreiber, literarische Intellektuelle, vielfach Ausgezeichnete (u.a. Heinrich-Böll-Preis) und Romancier las vor ausverkauftem Saal aus seinem 2017 entstandenen Werk „Ikarien“, einem zu Zeiten seiner frühen Kindheit im Deutschland nach dem Zusammenbruch des 3. Reichs spielenden Werks. Es kommen US-Offiziere und die gebeutelten kleinen Leute nach dem Zusammenbruch vor, Kriegsinvaliden, Kriegshelden wie der berühmt-berüchtigte US-General George Patton und – und damit nähert sich Timm dem Kern seines Werks – der „Eugeniker“ Dr. Alfred Plötz, der 1936 sogar Kandidat für den Nobelpreis war. Dessen heute menschenverachtend erscheinende Idee: Aus dem „Glauben an eine perfekte Gesellschaft heraus“ hat Plötz lange Versuchsreihen zur Vererbungslehre gemacht, mit denen der früher überzeugte Kommunist zum Handlanger und Helfershelfer der nationalsozialistischen Wahnideologie des Rassenhasses wurde.

Weiterlesen: Uwe Timm im Kolleg: Eine Reise in die Erinnerung

Vortrag über Käthe Evers (1893-1918), eine Braunschweiger Malerin

Samstag 7. April 2018 um 15:00 Uhr

Kleine Dornse des Altstadtrathauses

In diesem Vortrag werden viele Bilder von Käthe Evers gezeigt und einige Hinweise zum Schaffen ihrer Freundinnen und Freunde gegeben: Anna Löhr, Gustav Lehmann, Albert Hamburger und Emmy Scheyer, die als Galka Scheyer berühmt wurde. Ihr gemeinsames Vorbild war Charles Palmié. Sie malten zusammen in Braunschweig, Bayern und München, manchmal sogar das gleiche Sujet.

Käthe Evers war eine Tochter des am Wilhelm-Gymnasium tätigen Studienrates Dr. Robert Evers und seiner Frau Margarethe Evers, geborene Zeumer. Im Ersten Weltkrieg wurde Käthe Evers zur Arbeit in der Munitionsfabrik in Rübeland verpflichtet. Konflikte zwischen den Arbeiterinnen und den sogenannten Pulverdamen blieben nicht aus. Nach dreieinhalb Monaten schwerer Arbeit, die nur durch gelegentliches Malen und Zeichnen und durch Unterhaltungsabende mit Liedern und Schattenspielen erträglich wurden, kam es auf dem Fabrikgelände zu einer schweren Explosion. Sechzehn Personen kamen ums Leben, unter ihnen Käthe Evers.

Von der Fabrik ist heute nichts mehr zu sehen. Überdauert haben - im Familienbesitz und im Städtischen Museum -  einige Berichte über Käthe Evers und viele ihrer Bilder, die nur darauf warten, wieder einmal gesehen zu werden.

Eine Eintrittskarte zum Vortrag kostet Euro 5,-. Um Anmeldung wird gebeten unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! oder 0531 470 4551. Vor oder nach dem Vortrag kann die Ausstellung „Sonst geht’s uns gut. Braunschweiger Biografien 1916“ im Altstadtrathaus besichtigt werden. Dort ist auch das Bild „Am Lünischteich in Riddagshausen bei Braunschweig“ von Käthe Evers ausgestellt.

„Der Hagenmarkt- ein Stadtplatz im Wandel der Jahrhunderte“ - Vortrag in St. Katharinen (2)

 

 Vortragsveranstaltung    „Der Hagenmarkt- ein Stadtplatz im Wandel der Jahrhunderte“
 Elmar Arnhold, Baushistoriker und Stadtteilheimatpfleger für die Braunschweiger Innenstadt

Moderation: Pfarrer Werner Busch

Der Hagenmarkt ist in aller Munde, aber nicht jeder kennt seine bewegte Geschichte. Die Kirchengemeinden St. Katharinen und St. Magni sowie das Hägener Forum laden zu einer Vortrags-Veranstaltung über das Thema „"Der Hagenmarkt - ein Stadtplatz  im Wandel der Jahrhunderte" mit Elmar Arnhold ein.

Der Bauhistoriker und Stadtteilheimatpfleger für die Braunschweiger Innenstadt wird im Rahmen des bekannten wöchentlichen Vortragsangebotes am kommenden „Mittwochnachmittag an St. Katharinen“ in einem ca. 1-stündigen Vortrag das Ergebnis seiner gründlichen Archiv-Recherche vorstellen. Das interessante Auf und Ab der Geschichte dieses bedeutenden Braunschweiger Platzes ist erst im zurückliegenden Oktober durch massive Sturmschäden in eine neue Phase eingetreten, dadurch ist die Zukunft des Hagenmarktes zum Braunschweiger Stadtgespräch geworden.

Die Verwaltung plant eine Konzepterstellung zur Neugestaltung mit Bürgerbeteiligung. „Zum Nachdenken über den Hagenmarkt gehört auch eine gute Kenntnis seiner Geschichte“, plädiert Pfarrer Werner Busch vom Hägener Forum.

Die Veranstaltung beginnt am 07.03.2018, um 15 Uhr, im barrierefreien Gemeindehaus von St. Katharinen am Hagenmarkt (An der Katharinenkirche 4, 38100 BS). Die musikalische Gestaltung liegt in den Händen von Ioury Kriatchko am Klavier.

Kaffee und Kuchen werden gereicht. Der Vortrag beginnt um ca. 15.40 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Spende wird erbeten.

 



Wiederaufnahme für eine Generation: Schräge Hymne auf David Bowie

 

„...and the stars look very different today“: Die Textzeile aus Bowie's „Space Oddity“ überschreibt den Abend im Aquarium des kleinen Hauses. Foto: Staatstheater Braunschweig / Marco Kany

Eine tote Legende, die 40 Jahre die Rock- und Popgeschichte der westlichen Hemisphäre beeinfusst hat, lässt sich nur schwer zum Leben erwecken. Jeder Versuch endet tendenziell tödlich. Zu Vieles muss ausgelassen, verkürzt, ignoriert, unerklärt oder in seinen Facetten übersehen bleiben. Bowie post mortem auf der Bühne darstellen? Dafür bedarf es eigentlich mindestens weiterer 40 Jahre, und das Nonstop. Und dazu nochmal 80 Jahre wegen der vielen Anmerkungen von Kritikern, Besserwissern, Zeitzeugen, Fans und tatsächlich nahestehenden Mitschaffenden. Eine intellektuelle Singularität wie Elvis Presley lässt sich mit einem flotten Medley in 90 Minuten brav abarbeiten. Für einen sich täglich neu erschaffenden Egomanen mit musikalischen, literarischen und darstellerischen Ansprüchen genügen 90 Minuten kaum, um den inneren Zwiespalt vor dem Ändern der Haarfarbe zu erklären.

Weiterlesen: Wiederaufnahme für eine Generation: Schräge Hymne auf David Bowie

Additional information