Rede von David Janzen auf der DEMO gegen Bragida und Neo-Nazis

Etwa 200 Bürger und Bürgerinnen kamen dem Aufruf vom "Bündnis gegen Rechts" nach, und beteiligten sich an der regelmäßig Montags stattfindenden Anti-Bragida-Demonstration. Besonderer Anlass war die zunehmende Gewalt von Neonazis gegenüber Bürgern unserer Stadt und, so David Janzen vom "Bündnis gegen Rechts", das geringe Engagement des Staates, dem entgegen zu wirken. Er erinnerte in seiner Rede an die desaströsen Zustände bei Politk, Polizei und Verfassungsschutz bei der Aufklärung der NSU-Morde.

Auf der Veranstaltung, die von der Partei, DIE LINKE, organisiert wurde, sprachen neben David Jansen die Schülervertretung der Neuen Oberschule, Ver.di, Thorsten Stelzner und der Verein Frauen/Mädchenberatung gegen sexuelle Gewalt.

Beginn der Rede von David Janzen

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

Es hat uns alle sehr betroffen gemacht, als wir hörten, dass an einer Braunschweiger Schule am helllichten Tage zwei Schüler von einem Neonazi brutal verprügelt wurden. So brutal, dass einer der Beiden mit einem Kieferbruch ins Krankenhaus gebracht werden musste.

Ich möchte hier zu allererst den beiden Schülern - auch im Namen von uns allen hier - gute Besserung wünschen! Wir haben hier drüben eine Grußkarte mit Genesungswünschen, ich würde mich freuen, wenn ihr da alle als Zeichen der Solidarität unterschreibt!

Und auch den anderen Schülerinnen, Schülern, Lehrern und Eltern der Neuen Oberschule wünsche ich, dass sie sich von dem Schock schnell erholen und diesen brutalen Angriff als Ansporn nehmen, ihren Weg als Schule ohne Rassismus, als Schule mit Courage engagiert weiter gehen. Lasst euch nicht bange machen und lasst euch nicht einschüchtern! Denn genau das ist das Ziel der Neonazis.

Letzten Montag standen die beiden Neonazis, die an dem Angriff an der Neuen Oberschule beteiligt waren, dort drüben bei BRAGIDA. Nicht nur als einfache Teilnehmer, nein sie durften sogar das Fronttransparent dieser hasserfüllten Wutbürger tragen. Und wie immer will man bei BRAGIDA davon nichts gewusst haben, distanziert sich vordergründig, beschimpft die Presse und das Bündnis gegen Rechts als Lügner und jammert darüber, dass man wieder völlig unberechtigt mit Nazis in einen Topf geworfen werde. Dabei waren die beiden Nazis letzte Woche nicht das erste Mal bei BRAGIDA mit dabei. Schon in der Woche zuvor waren sie da und drohten mir da ganz offen: Wir wissen, wo du wohnst, wir kennen dein Auto, wir kommen bei dir auf der Arbeit vorbei. Solche Drohungen sind ja fast schon Alltag für diejenigen, die hier jeden Montag gegen BRAGIDA protestieren.

Ich finde es sehr beängstigend, dass die beiden Neonazis auch jetzt noch, nach dem schlimmen Vorfall an der Neuen Oberschule, herumlaufen, als wäre nichts passiert.

Auch in den letzten Tagen haben sie wieder Menschen bedroht. Und am Wochenende verklebten sie oder ihre Freunde von der NPD-Jugendorganisation, „Junge Nationaldemokraten“, wieder einmal rechte Aufkleber und schmierten Parolen, wie „Nazi Kiez“ und „NS Zone“ im westlichen Ringgebiet.

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