Ein grosser Tag: IGS Volkmarode in SALLY PEREL Gesamtschule umbenannt

Sally Perel, der neue Namensgeber der IGS, mit dem Schulleiter Christian Düwel und dem Schlüssel für die Gesamtschule. Alle Fotos: Uwe Meier

Alle waren sie gekommen, die auch nur irgendwie mit der IGS Volkmarode zu tun hatten. Alle wollten sie miterleben, wie diese inzwischen zweitgrösste Braunschweiger Schule einen großen Namen bekommt: SALLY PEREL Gesamtschule. Die Umbenennung einer Schule kommt nicht so oft vor, so der Rektor der Schule, Christian Düwel, in seiner Eingangs- und Begrüßungsrede. Alle mussten mitziehen: Lehrer, Schüler, Eltern, Stadt Braunschweig und das Ministerium. Eine lange und breite Diskussion bereitete beispielhaft den Weg.

Das letztendlich alle für eine Umbenennung der Schule waren, war natürlich der großen Persönlichkeit von Herrn Sally Perel geschuldet, einem der Überlebenden der Shoa, der noch heute im hohen Alter beeindruckend Zeugnis redet und dessen Buch des Überlebens „Ich war Hitlerjunge Salomon“ eindrucksvoll sein frühes Schicksal beschreibt.

Sally Perel mit seiner Nichte Neomi Brakin, (Tochter seines Bruders Isaac, der den Holocoust auch überlebte) und links seine beiden Enkelinnen Brit Perel und May Perel.

Aus Israel sind mitgekommen die Enkelinnen Brit Perel (Links) und May Perel

Die Beiträge aller FestrednerInnen nahmen verständlicherweise Bezug auf das Erstarken der Rechtsradikalen in Deutschland einschließlich der demokratieverachtenden AfD und auf die menschenverachtenden rechtsradikalen Umtriebe in Chemnitz und in Köthen. Sie ermahnten die Politik wachsam zu sein und forderten von der Zivilgesellschaft Engagement gegen Rechts. Gegen staatszersetzende Rechtsradikalität und Rassismus und das Eintreten für Toleranz, Antirassismus, Achtung der Menschenwürde und Rechtsstaatlchkeit.

 

Rede der Nichte von Sally Perel Neomi Brakin. Sie sprach über die Gedanken zu den Aufgaben der kommenden Generationen.

Diese Schule, so einige Grußworte, steht mit Sally Parel für demokratische Werte. Sie sei eine Schule der Werte wie Respekt, Vielfalt, Toleranz und Versöhnung. So wie es Herr Parel seit Jahren in unserer Region und darüber hinaus vorlebt. Sally Parel ist der lebendige Beweis für das Leben dieser Werte, was auch die Schule versucht zu tun. Die Sally-Perel-Gesamtschule darf sich glücklich schätzen, einen so authentischen Vertreter der Werte des Humanismus in ihren Reihen zu wissen. Diese Schule sei es auch würdig diesen Namen zu tragen. Ist sie doch seit ihrem Bestehen, also seit 10 Jahren, mehrfach für den gelebten Respekt und gelebter Toleranz ausgezeichnet worden.

 

Grußworte sprachen auch die Schülervertretung. Hier Leah Waikinn und David Bosse (links).

Betont wurde in den Reden, dass Demokratie nicht einfach nur so da sei. Im Sinne von Sally Perel muss Demokratie immer wieder erkämpft werden. Sie sei nicht selbstverständlich, wie alle inzwischen durch den Einzug der AfD in Parlamente erkennen können. Ebenso ei in verschiedenen EU-Staaten deutlich erkennbar, wie demokratische Werte, wie unabhängige Justiz, Pressefreiheit, Meinungsfreiheit, Menschenwürde massiv abgebaut werden. Auch der alltägliche Rassismus verbunden mit Intoleranz muss schon in seinen Anfängen bekämpft werden.

Die Grußworte der Gäste aus den Schulbehörden und Gewerkschaften wurden immer wieder aufgelockert durch gelungene Aufführungen von Schülern.

 

Derzeit hoch aktuell: Theatersequenz zu "Transit": Eindrücklich wird das Chaos geschildert, das Warten, die Hoffnung und die Verzweiflung der Flüchtenden vor den Nazis im Marsaille 1940 – den menschenunwürdigen Transitzustand, der auch heute für Millionen von Menschen bittere Realität ist.

Insbesondere die musikalischen Beiträge mit Klezmer Musikstücken waren beeindruckend. Klavier (Angelika Rasinski), Klarinette Charlotte Oppermann und Violine (Nina Kirchner).


Am Klavier Angelika Rasinski und an der Violine Nina Kirchner

Der erste Höhepunkt der Veranstaltung war die Schlüsselübergabe an Sally Parel. Diese symbolische Handlung soll Herrn Parel ständig willkommen heißen in unserer Stadt Braunschweig und in „seiner“ Sally-Parel-Gesamtschule des Respekts, der Toleranz und Versöhnung.

Schlüsselübergabe an Sally Perel. Rechts die Fachbereichsleiterin der Schule, Frau Eva Bender

Der zweite Höhepunkt war die Rede von Herrn Parel. Er ging darin auf sein Leben ein. Auf sein Elternhaus in Peine, seine Geschwister, seinn Fluchten, sein Heimweh und seine Trauer um seine Eltern und Geschwister sowie seine Verleugnungen des Jüdischen in ständiger Lebensgefahr.

Sally Parel sprach über Versöhnung, und wer könnte das glaubwürdiger als der, der immer wieder in das Land der Täter fährt, um von Versöhnung zu sprechen. „Böses wird mit Gutem überwunden und Hass mit Liebe“. „Der ist ein Held, der seinen Feind zum Freunde macht“ so Herr Parel, der Botschafter des Friedens.

Und zum Abschluss der Feier der Schulchor mit "We are the world, we are the children..."

Habt Mut“, rief er den Zuhörern zu. „Menschenrechte sind nicht teilbar. Steht auf gegen die Kultur des Hasses. Zeigt mutig politisches Engagement für ein einiges Europa."

NDR-Bericht

Lanz Show mit Sally Perel vor zwei Jahren

Sally Perel "Du bist nicht mein Feind und ich bin auch nicht dein Feind."

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