20.000 Euro für bürgerliches Engagement: IHK-Sozialtransferpreise verliehen

In ihrer Festansprache zur Verleihung des IHK-Sozialtransferpreises betonte Sozialministerin Dr. Carola Reimann die Wichtigkeit ehrenamtlicher Tätigkeit, die freilich das Hauptamt nicht ersetzen dürfe. Foto: Marcus von Bucholz

„Tue Gutes und rede drüber“ – unter diesem Motto verleihen die Mitglieder der Industrie- und Handelskammer Braunschweig jährlich und nun schon zum 9. Mal den „IHK-Sozialtransferpreis“. Ausgezeichnet werden Firmen aus dem Kammerbezirk, die gemeinsam mit caritativen Unternehmen soziale Initiativen, Vereine mit bürgerschaftlichem Engagement oder Sozialeinrichtungen, die beispielhafte Projekte entwickeln, betreuen und vorantreiben.

 

IHK-Vizepräsident Georg Weber und Ministerin Dr. Carola Reimann (von rechts) vor der Freitreppe der IHK mit den diesjährigen PreisträgerInnen. Foto: Marcus von Bucholz

Welchen Stellenwert die Veranstaltung inzwischen genießt, bewies die Gästeliste: IHK-Vizepräsident Georg Weber konnte Niedersachsens Sozialministerin Dr. Carola Reimann, Oberbürgermeister Ulrich Markurth, Bürgermeisterin Anke Kaphammel, die Abgeordneten Falko Mohrs (Bund), Dr. Christos Pantazis, Annette Schütze, Veronika Koch und Dunja Kreiser (Land), den AWO-Bundesvorsitzenden Wilhelm Schmidt, Braunschweigs Ersten Stadtrat Christian Geiger und rund 200 geladene WirtschaftsführerInnen aus der Region begrüßen.

Insgesamt wurden 20.000 Euro Preisgeld, aufgebracht von Sponsoren, ausgeschüttet. In ihrer Festrede wies Ministerin Reimann auf die Bedeutung des sozialen bürgerschaftlichen Engagements hin: „Wir können stolz darauf sein, dass fast jeder zweite Niedersachse sich ehrenamtlich engagiert – ob in der Feuerwehr, in Vereinen, sozialen Initiativen, Nachbarschaftshilfen oder Projekten.“ 46,2 Prozent aller Niedersachsen, rund 3,24 Millionenen Bürgerinnen und Bürger, machten so die Gesellschaft menschlicher, „stärken die Kommunikation unereinander, die Identität der Bürger, fördern die Integration und – im Sport – Bewegung und Gesundheit.“ Dies stärke nicht nur den zivilen Zusammenhalt, sondern „macht auch Spaß“, so Reimann.

Dabei, so die Festrednerin, dürfe aber nicht vergessen werden: „Ein Ehrenamt kann das hauptamtliche Engagement nicht ersetzen. Ein Ehrenamt kann nicht erzwungen werden. Und auch die Ehrenamtlichen selbst brauchen Unterstützung.“

In vielen Unternehmen geschehe diese durch Freistellung oder Arbeitszeitflexibilisierung für Menschen, die in der Gesellschaft ehrenamtlich wirken. Eine Win-Win-Situation für viele Einrichtungen, aber auch die Unternehmen: „Firmen schätzen, wenn BewerberInnen durch ihr freiwilliges Engagement ihre sozialen Kompetenzen beweisen.“ Als „Kompetenzausweis“ hätten schon 56.000 Niedersachsen eine „Ehrenamtskarte“ erhalten.

 

Laudator Harald Tenzer, Ministerin Dr. Carola Reimann, IHK-Vizepräsident Georg Weber und Oberbürgermeister Ulrich Markurth (v.l.) verdeutlichten den gesellschaftlichen Rang des IHK-Sozialtransferpreises. Foto: Marcus von Bucholz

Laudator Harald Tenzer stellte die diesjährigen PreisträgerInnen auf der Bühne vor: Den ersten Preis, dotiert mit 10.000 Euro, erhielt die Initiative „Gewaltfrei lernen“ in Salzgitter. An der Kranichdammschule im Stadtteil Lebenstedt haben die dritten Klassen mit Sibylle Wanders unter Anleitung des Trainers Maximilian Kraft teilgenommen. Ermöglicht wurde die Durchführung des Projektes durch den Sponsor "meine SZitty-Club e. V.".

Gewaltfrei Lernen wurde als eine Konfliktschulung angelegt, welche die Schüler in ihrer Teamfähigkeit, ihrer Selbstbehauptung und in sinnvollem Konfliktverhalten fördern. In Partner- und Rollenspielen sowie in Sprechübungen versuchten sich die Kinder in wortstarkem, fairen Streiten. Sie erhielten dabei auch Anleitung für Aussprachen und gegen Mobbing. Nach der erfolgreichen Projektwoche wurden die Inhalte in der Nachmittagsbetreuung „Jumpers“ (Jugend mit Perspektive) weitergeführt.

Tenzer: „“Die vorbildliche Einbindung von Lehrern, Eltern und Schülern haben uns überzeugt, dem Projekt den ersten Preis zu verleihen.“ Mit 6000 Euro für Platz Zwei wurde die Initiative „Senioren und Jugendliche in der Weststadt“ ausgezeichnet. Unter Anleitung erfahrener, pensionierter Handwerker bauen Jugendliche im Westen Braunschweigs Nistkästen, neue Computer aus alten Teilen, aber auch Palettenmöbel – sie stehen mittlerweile im westlichen Braunschweiger Stadtgebiet öffentlich zur Verfügung.

Der 3. Preis geht an die sportliche Initiative „Wir sind Fußball“. Die Macher (darunter Remenhof, Sporthilfe Braunschweig, der BSC Acosta, der SC Querum und Hörgeschädigte BraunschweigerInnen organisierten ein großes Fußballturnier für Jugendliche mit und ohne Einschränkung. Das mit 4000 Euro prämierte Inklusionsturnier kam sogar ohne Schiedsrichter aus. IHK-Vizepräsident Georg Weber überreichte die Preise und symbolische Spendenschecks an die ausgezeichneten Initiativen.

 

Die Band „The Mix“ der Evangelischen Stiftung Neuerkerode erhielt viel Beifall für ihre Auftritte. Foto: Marcus von Bucholz

Mit viel Beifall bedacht setzte die Band „The Mix“ (Ev. Stiftung Neuerkerode) den musikalischen Rahmen der Veranstaltung.

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