Atommüll in der Oker

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Hunderte von Flaschen mit bunt leuchtenden Stäben trieben gestern Abend auf der Oker. Menschenauflauf am Ufer. Einige wussten es genau: Der Lichtparcours in Braunschweig hatte eine neue Attraktion. Ein unangekündigtes Kunsterlebnis! Doch kein Parcoursführer gab Auskunft, und die Polizei, von Nachbarn gerufen, wusste auch nichts.


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Nein, das, was wie ein gelungenes hydro-dynamisches Kunstobjekt daherschwamm, war nicht von Künsterhand, es war anscheinend "Asse-Atommüll", ausgeschwemmt aus der maroden Atommülllagerstätte. Nur 18 km entfernt liegt dieses angeblich so sichere Atommülllager. Wissenschaftler, Industrie und Politik hatten das jedenfalls über 30 Jahre behauptet. Heute wissen wir, dass nichts von alldem stimmte. Das blau, grün und rot strahlende Okerwasser sollte strahlendes Plutonium darstellen, denn 25 kg sollen in der Asse liegen. 24110 Jahre Halbwertszeit hat Plutonium, ein millionstel Gramm davon führt zu tödlicher Strahlendosis.

Falls statt der bisher angekündigten Rückholung des Atommülls dennoch die "Vollverfüllung", also eine Flutung, erfolgen sollte, droht nach dem Gutachten von Dr. Ralf Krupp zur Langzeitsicherheit der Asse II bereits nach wenigen Jahrzehnten die Freisetzung von strahlenbelastetem Wasser in die Umgebung. Überwiegend unterirdisch und über die Nebenflüsschen gelangt die nicht rückholbare, lebensbedrohliche Fracht auch nach Braunschweig. Z. B. auch vor die Okerterrassen - nur unsichtbar und nicht so offensichtlich wie die treibenden Fläschchen mit dem leuchtenden Inhalt.
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Mit Paddelbooten und Keschern konnte der angebliche "Asse-Atommüll" weider eingesammelt werden. Bunt leuchtete der "Atommüll" noch in dem Entsorgungssack. Zum Glück war alles harmlos - ein Castor war für den Abtransport nicht erforderlich, der Rücktransport war folglich auch nicht blockiert.
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