Neulich an der Kasse

Beim Bezahlen an der Kasse im Supermarkt schlägt die Kassiererin der vor mir bezahlenden alten Dame vor, sie möge doch beim nächsten Einkauf ihre Einkaufstasche mitbringen, denn Plastiktüten sind nun einmal schlecht für die Umwelt.

„Da haben Sie Recht“ entschuldigt sich die alte Dame „doch leider war ich in Eile und habe meine Einkaufstasche entgegen meiner Gewohnheit zu Hause vergessen. Die junge Frau erwidert:

„Ja wissen sie, unser Problem ist nämlich, dass ihre Generation sich keine Gedanken darüber gemacht hat, in welch schlechtem Zustand sie die Umwelt uns und den zukünftigen Generationen hinterlässt. Der Grüne Punkt ist sicherlich ein Fremdwort für sie.

„Das stimmt. Unsere Generation kannte nicht den Grünen Punkt – war auch gar nicht nötig, denn Sprudel- und Bierflaschen gaben wir an den Laden zurück wo wir sie gekauft hatten. Von dort gingen sie an den Hersteller, der die Flaschen wusch, sterilisierte und auffüllte, sodass jede Flasche unzählige Male benutzt wurde. Die Milch holten wir beim Milchhändler in unserer eigenen Milchkanne ab. Aber einen Grünen Punkt hatten wir nicht.

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Elitenverwahrlosung

Der Herausgeber des Handelsblatts hat den Nagel auf den Kopf getroffen: Er nennt die Tests der Abgasbelastung an Affen und die damit einhergehende Kommentierung bzw. Ignoranz bei Wissenschaftlern, Wirtschaftsführern und Politikern eine „Elitenverwahrlosung“. Hier die Begründung von Gabor Steingart für seine harte Wertung des Vorgangs. Albrecht Müller.

"Guten Morgen liebe Leserinnen und Leser,

die deutsche Autoindustrie weiß, wie man das Publikum schockt. Nach der Dieselaffäre schieben sich die drei großen Automobilhersteller erneut in die Schlagzeilen – diesmal mit Abgastests an Affen. Zehn Primaten mussten stundenlang giftige Abgase einatmen, während die Forscher ihre Testgeräte studierten. Die Affen durften zur Beruhigung Zeichentrickfilme schauen. Der Vorgang wird in seiner Erbärmlichkeit nur überboten von der gespielten Ahnungslosigkeit der Berliner Verkehrspolitiker und einiger Auto-Manager. Viele wollen heute nicht wissen, was sie gestern taten. Die Erinnerung ist ein Derivat der Interessen.

Nachweislich war beispielsweise der VW-Cheflobbyist in Berlin, Thomas Steg, bereits im Jahr 2013 über die von seinem Unternehmen mitfinanzierten Tierversuche an Affen informiert. Die VW-Rechtsabteilung hatte dem Versuch – der zur Reinwaschung der Dieseltechnologie gedacht war – ausdrücklich zugestimmt. Steg erhob keine Einwände gegen die versuchte Vergiftung der Affen.

Die routinierte Gleichgültigkeit der Berliner Verkehrspolitiker ist ebenfalls aktenkundig. Denn bereits vor 16 Monaten tagte der Diesel-Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages. Am 8. September 2016, so steht es in dem 88-seitigen Protokoll, das der heutigen Handelsblatt-Titelgeschichte zu Grunde liegt, berichteten zwei Experten über Tierexperimente im Zusammenhang mit den Abgasuntersuchungen der Autoindustrie.

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Geschlossenheit gegen die Auflösung der regionalen Asse 2 Begleitgruppe

Foto von links - vorn: Heike Wiegel, Petra Wassmann, Christiane Jagau, Udo Dettmann. Von links – hinten: Jürgen Wiegel, Hilmar Nagel, Peter Wypich, Manfred Kramer, Andreas Riekeberg

Asse II Koordinationskreis

Pressemitteilung: Geschlossenheit gegen die Auflösung der regionalen Asse 2 Begleitgruppe

Geschlossenheit zeigten die bisherigen Vertreter der Zivilgesellschaft. Der Asse II Koordinationskreis (A2K) inclusive AufpASSEn e.V., die Umweltverbände NABU und BUND sowie Hilmar Nagel stimmten gegen die Ablösung der bisherigen regionalen Asse 2 Begleitgruppe und damit gegen den Strukturvorschlag der Verwaltung.

Während der Sitzung der regionalen Asse 2 Begleitgruppe am Freitag, den 26. Januar 2018, wurde insbesondere die fehlende Möglichkeit eines Berichtes der extra angereisten Wissenschaftler im Asse II Begleitprozess kritisiert. Die Fortführung der unverzichtbaren unabhängigen wissenschaftlichen Arbeit hängt derzeit in der Luft.

Wir akzeptieren die Abschaffung des bisherigen gemeinsamen runden Tisches durch die gewählten regionalen Politikerinnen und Politiker in dem gewählten Verfahren nicht. Wir werden zukünftig nicht nur die Rückholung, sondern auch den neuen Prozess kritisch begleiten.

 Hinweis: Diese Pressemitteilung ist mit den Vertretern von NABU, BUND und Hilmar Nagel abgestimmt.

Zur weiteren Informationen stehen wir Ihnen gern zur Verfügung: Heike Wiegel (A2K incl. AufpASSEn e.V.) Tel.: 0160-98 31 57 24 oder 05336 / 573

 Petra Wassmann (NABU) Tel.: 0171-625 95 27

 Christiane Jagau (BUND) Tel.: 0171-191 87 52

"Imperiale Lebensweise"...

Feld mit blühendem Raps  Foto: Uwe Meier

"..., so bezeichnen die Politikwissenschaftler Ulrich Brand und Markus Wissen die verschwenderischen Alltags- und Konsummuster in den kapitalistischen Zentren." Wenn alle Menschen  der Welt so konsumieren würden bräuchte es 3,1 Planeten, um den Bedarf zu decken.

Schon oft wurde im Braunschweig-Spiegel zur Problematik der heutigen Landwirtschaft Stellung genommen. Das wird er auch weiter tun, denn die Probleme, die sie verusacht werden nicht weniger sondern mehr. Das ist auch eine Anklage gegen die konventionell wirschaftenden Bauern, die Verbandvertreter wählen, die eine Politik nicht in ihrem Sinne betreibt. Sie macht nämlich Politik für Großagrarier und die Industrie, die die Landwirtschaft versorgt. Zusammengefasst werden ein Großteil der Probleme gut lesbar in dem Artikel von Kathrin Hartmann: "Abschotten und vergessen" im Freitag.

Sanierungsmaßnahmen Zeppelinstraße und Zimmerstraße - Bäume erhalten

Bürgerinitiative Baumschutz Braunschweig
c/o Umweltzentrum Braunschweig e. V.
Hagenbrücke 1/2, 38100 Braunschweig
mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
web: bi-baumschutz-braunschweig.jimdo.com

Braunschweig, 22. Januar 2018

Offener Brief
                                                                                                     

 

Sanierung Zeppelinstraße
Sanierung Zimmerstraße

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren,

die BürgerInitiative Baumschutz Braunschweig appelliert an die Stadtverwaltung und die Politikerinnen und Politiker der Stadt Braunschweig, sich für den Erhalt der Bäume in der Zeppelinstraße und in der Zimmerstraße einzusetzen.

Die Stadt selbst spricht von notwendigem Stadtgrün, veranstaltet den Tag des Baumes, den Langen Tag der Stadt-Natur und ist Mitglied im Klima-Bündnis der europäischen Städte. Auch deshalb erwarten wir von der Stadt ein entsprechend konsequentes und umsichtiges Handeln zum Erhalt unserer wertvollen Stadtbäume. Stets sollten alternative baumerhaltende Methoden gesucht und bevorzugt werden, denn neu gepflanzte Bäume brauchen vierzig bis hundert Jahre, ehe sie soviel Sauerstoff produzieren können, wie uns die großen Stadtbäume jetzt geben.

Bei notwendigen Straßenarbeiten sollte der Schutz der vorhandenen Bäume immer oberste Priorität haben. Für das Braunschweiger Stadtbild ist es wichtig, Altes, Gewohntes, Traditionelles und Vertrautes bestehen zu lassen. Gerade der Charakter der Zeppelinstraße mit ihren dichten Baumkronen ist, - so wie sie jetzt ist, -
kennzeichnend und prägend für das spezielle Viertel im östlichen Ringgebiet. Die beruhigende und positive Wirkung der Bäume ist bei unserer stressigen Lebensweise ein Gesundheitsfaktor, der nicht unterschätzt werden sollte: Lärmschutz, Kühlung und Schatten im Sommer, Regenwasser- und Luftfeuchtigkeitsregulierung, Lebensraum für Singvögel, Fledermäuse und andere Tiere, Blätterrauschen, CO2-Umwandlung in Sauerstoff (= Klimaschutz!), Schadstoffabbau u. v. A. m.

Zur Zeppelinstraße erhalten Sie anbei unser Schreiben an die Bezirksratsmitglieder.

Bei der Zimmerstraße (östliche Seite) wünschen wir uns, gemeinsam mit vielen Anwohner/innen, dass die Sanierung sich nach den vorgestellten Plänen auf den Teil vom südlichen Bordstein bis zu den nördlichen Grundstücksgrenzen einschließlich der neu geplanten Einmündung zum Hagenring beschränkt, da eine
Notwendigkeit zur Sanierung von Leitungen nach den bisherigen Informationen nicht gegeben ist. So würden die sechs Kirschbäume erhalten bleiben, die Straßenoberfläche, die Einmündung zum Hagenring und der nördliche Gehweg wären erneuert und es gäbe fünf neue Bäume. Es sollte geprüft werden, ob auch sechs Bäume neu gepflanzt werden könnten (= Ersatz 1:1). Wenn dann in hoffentlich ferner der Zukunft die Leitungen unter dem südlichen Gehweg erneuert werden müssten, was den Tod der sechs Kirschbäume bedeuten würde, hätten die jungen kleinen Bäume auf der Nordseite wenigstens schon einige Jahre zum
Wachsen gehabt!

Wir bedanken uns für Ihre Aufmerksamkeit und verbleiben

mit freundlichen Grüßen

Renate Rosenbaum,
Sabine Sambou u.
Edmund Schultz

2. Brief

Holzmoor Nord: Investor und Stadt missachten den Artenschutz

Holzmoor Nord Oktober 2014

Holzmoor Nord Januar 2018

Das Holzmoor Nord soll bekanntlich bebaut werden, die bisherigen Bewohner mussten ihre Häuser und Gärten aufgeben. Die ECB-Beteiligungsgesellschaft, die zu der Borek-Firmengruppe gehört, will auf dem bisher sehr naturnahen Gebiet mehr als 500 Wohnungen bauen. Doch wieviel Rücksicht wird dabei noch auf die Natur genommen?

Richard Borek hat sich im Februar 2014 in einem „Städtebaulichen Vertrag“ gegenüber der Stadt Braunschweig verpflichtet, eine gutachterliche Erfassung der auf dem Grundstück lebenden Tier- und Pflanzenarten erstellen zu lassen. Die Firma LaReG-Planungsgemeinschaft bekam den Auftrag und begann im Frühjahr 2015 mit der Erfassung der vorkommenden Arten. In dieser Zeit ließ die ECB bereits Gehölze roden und Gebäude abreißen. Das wurde auch noch in der Brut- und Setzzeit fortgesetzt und zeigte damit eine rücksichtslose Vorgehensweise, die auch weiterhin stilprägend sein sollte. Die Rodungen wurden erst im Mai 2015 nach einem Dringlichkeitsantrag des Stadtbezirksrats gestoppt. Die Ermittlung des Artenvorkommens war damit aber von Anfang an stark beeinträchtigt, eine korrekte Erfassung des Status Quo war nicht mehr möglich.

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Eilt! Bienenschutz in den Koalitionsvertrag!

Bienenkiller endlich verbieten!

Uns sterben die Bienen weg. Schuld daran: Pestizide wie Neonikotinoide. Die EU will sie jetzt zwar verbieten. Aber CSU-Agrarminister Schmidt könnte schon wieder zuschlagen – und wie bei Glyphosat ein Verbot im Alleingang verhindern. Eine zweite Unverschämtheit dieser Art lassen wir nicht zu. Überzeugen Sie die SPD: Das Verbot muss in den Koalitionsvertrag!

»» Appel unterzeichnen

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ASSE: Bitte antworten Sie Frau Landrätin und sie von den Kreistagsfraktionen

Warum beantworten die Landrätin und die Kreistagsfraktionen die Fragen der WAAG zu Asse II nicht?

 Am Reformationstag hängte die Wolfenbütteler AtomAusstiegsGruppe (WAAG) Fragen zu Asse II an die Tür des Landkreises, legte sie zusätzlich in den Briefkasten und versandte sie auch noch per Mail an die Landrätin und die Kreistagsfraktionen. Damit niemand auf die Idee kam, dass es sich nur um eine Aktion handelt, stand über den Fragen ausdrücklich: „Wir bitten die Landrätin und den Kreistag bzw. die Fraktionen um Beantwortung der folgenden Fragen: … “.

Es waren insgesamt 39 Fragen. Auf keine der Fragen hat eine der o.g. Befragten geantwortet oder Kontakt mit der WAAG aufgenommen. Die WAAG hat jetzt an die Beantwortung ihrer Fragen erinnert und erwartet, dass sich die Kommunalpolitiker mit den Fragen auseinandersetzen und Stellung beziehen. Wenn sie sie nicht beantworten können, wäre es dringend geboten, sich zu informieren und zu überlegen, ob sie den Beschlussvorlagen der Landrätin blind folgen sollten. Das Ignorieren von Bürgerfragen führt bei der WAAG sicher nicht zur Politikverdrossenheit, aber auf jeden Fall zur weiteren Politikerverdrossenheit.

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Klima: VersagerIn an die Macht

Nicht in Immerath, im rheinischen Braunkohlerevier, spielt sich derzeit das Drama ab. Die Kirche im Abriss ist zu verschmerzen. Das wirkliche Drama spielt nicht in Immerath, es spielt in Berlin. Dort sondieren die Unterhändler von CDU/CSU und SPD für eine neue Koalition. Ausgerechnet als erstes mögliches Ergebnis dringt durch, das Klimaschutzziel für 2020 sei zu streichen. Binnen zwei Jahren den CO2-Ausstoß um 40 Prozent unter den Stand von 1990 zu drücken, sei nicht mehr machbar. Kämpfert:

"Aufgabe des Klimaziels wäre ein Desaster"

Der Verweis auf die Versager der Vorgängerregierung wäre zutreffend, doch er ist dieses Mal selbstverständlich unbrauchbar: Die handelnden Personen sind schließlich mehr oder weniger identisch. Die Sondierer gehören zu CDU, CSU und SPD, sie stehen für die Parteien, die in den vergangenen vier Jahren viel von einem Sofortprogramm für mehr Klimaschutz sprachen, dann aber durch Untätigkeit glänzten. Das Klima-Drama spielt sich in Berlin ab, weil dort die Klimaversager CDU/CSU und die SPD über 8 Jahre an der Macht waren und nun wieder an die Macht kommen. Versager und Versagerin an die Macht!

Seit 30 Jahren redet die Politik vom Klimaschutz. Lesen Sie den Klima-Lügendetektor

Im Zweifel gegen die Umwelt? Das Beispiel Gefahrstofflager Hillerse

Thorsten Bock vor der Baustelle des inzwischen fertiggestellten Gefahrstofflagers

Ein Gefahrstofflager der Raiffeisen Waren GmbH bei Hillerse (Kreis GF), nahe Wipshausen (Kreis PE) zwischen Biogasanlage und „Naturschutzgebiet Okerauen“, wurde zur Lagerung von sehr giftigen, brandfördernden und explosionsgefährlichen Stoffen oder Gemischen errichtet. (siehe Braunschweig-Spiegel vom 15.5.2016, Braunschweig-Spiegel vom 16.5.2016, Braunschweig-Spiegel vom 22.7.2016)0

Die Lage zwischen einem großen Naturschutzgebiet und einer Biogasanlage, sowie die bauliche Lagerkapazität von 576 t bereiten Anwohnern und Umweltschützern große Bedenken. Nicht nur das Nebeneinander beider Anlagen, sondern auch das monopolähnlich geführte Genehmigungsverfahren des Gewerbeaufsichtsamtes Braunschweig (GAA) ist besorgniserregend. Von einer Mitwirkung im laufenden Genehmigungsverfahren wurden verantwortliche Behörden der anliegenden Landkreise und Gemeinden, wie Bau- und Umweltämter vorsorglich entbunden. Besonders fragliche Auffälligkeiten, welche eine Akteneinsicht hervorbrachte, wurden dem niedersächsischen Umweltministerium mitgeteilt, um ihm durch neutrale Begutachtung zu ermöglichen ggf. Maßnahmen einzuleiten, um eine mögliche Katastrophe zu vermeiden.

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