Braunschweiger Gärtner tot - war es Monsanto?

"Erst Monsanto, dann plötzlich tot", so titelt heute die TAZ unter der Rubrik "Wirtschaft + Umwelt" auf Seite 9. Im TAZ-Internet lautet der Titel: "Der Tod des Gärtners".

Zu dem Artikel einige Bemerkungen:

TAZ: "Thomas Basting, ein erfahrener Gärtner und seit Jahrzehnten Angestellter der Stadt Braunschweig, sitzt in seinem kleinen Bus und sprüht den Unkrautkiller Roundup der Firma Monsanto auf den umliegenden Rasen."

Was denn nun, sitzt er im Bus oder sprüht er Roundup auf den Rasen? Und wieso überhaupt auf den Rasen? Roundup ist ein Totalherbizid und tötet alle Pflanzen ab. Der Wirkstoff Glyphosat dringt über das Blatt ein und wird in die Wurzel transportiert. Hatte Herr Basting die Aufgabe die Gräser aus denen der Rasen besteht abzutöten? War es also das Ziel den Rasen vollständig abzutöten?

TAZ: "Das Mittel lagert er in Kanistern auf der Rückbank."

Von gelagerten Mitteln ist noch niemand gestorben. Hat Herr Basting das Mittel überhaupt verwendet oder lagerten die Kanister nur auf der Rückbank?

TAZ: "Das Unkrautvernichtungsmittel auf seiner Rückbank steht schon länger in der Kritik. Es enthält Glyphosat, das, vermischt mit dem Zusatzstoff Tallowamin, auch für den Menschen sehr schädlich sein soll. Einer 2009 veröffentlichten Studien der nordfranzösischen Universität Caen zufolge tötet dieses Gemisch Zellen von Nabelschnurvenen in der Petrischale binnen 24 Stunden."

Hier wird eine! wissenschaftliche Studie bemüht.  Was ist aus ihr zu schließen? Da nun schon wissenschaftlich argumentiert wird, sollten die zahlreichen humantoxikologischen Untersuchungen, die auch zur Risikobewertung herangezogen werden, nicht unberücksichtigt bleiben. Das einseitige Zitieren ist schlicht unseriös.

Lesen Sie hier eine knappe Zusammenfassung aus Suizidstudien: " Monsanto: Wie giftig ist Roundup für Menschen?". Weil Suizid beim Braunschweiger Gärtner ausgeschlossen werden darf, wird er, falls überhaupt, allenfalls mit dem stark verdünnte Mittel in Kontakt gekommen sein, das dementsprechend eine deutlich geringere Toxizität hat. Ein technisches Datenblatt (englisch) kann hier eingesehen werden. Glyphosat ist nach der WHO Klassifikation nicht in WHO Ia (Extremely hazardous) oder WHO Ib (Highly hazardous) eingestuft. Das heißt, die UN- Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft Glyphosat nicht als extrem oder hoch gefährlich ein.

TAZ: "Plötzliche Todesfälle beim Umgang mit hochtoxischen Substanzen müssten besonders untersucht werden", sagte Speitling (Hausärztin Red.).

Das ist richtig! Aber ging Herr Basting an dem Tag mit Glyphosat um und außerdem ist Gyphosat keine hochtoxische Substanz.

TAZ: "Aus der Pressestelle der Stadt Braunschweig hieß es, dass der sehr erfahrene Gärtner berechtigt gewesen sein soll, Roundup auszubringen und um die Gefahren beim Umgang mit diesem Mittel wusste. Auch das bestreitet Susanne Basting. Ihr Mann sei über die Gefahren nicht aufgeklärt worden. Deswegen habe er sich nicht ausreichend mit Brille und Handschuhen geschützt.

Wenn Herr Basting Gärtnergehilfe (mit Gehilfenbrief) oder Gärtnermeister war, dann hat er Sachkunde, die vom Gesetzgeber (Pflanzenschutzrecht) vorgeschrieben ist. Hatte Herr Basting keine entsprechende Qualifikation, hätte er eine Sachkundeprüfung vor der Landwirtschaftskammer ablegen müssen, um Pflanzenschutzmittel überhaupt verwenden zu dürfen. Wenn Herr Basting sich nicht ausreichend geschützt hat, dann hat er zumindest fahrlässig gehandelt, denn die Gebrauchsanleitung ist nicht nur zu lesen, sondern auch zu befolgen. Da er, wie oben beschrieben, ein erfahrener Gärtner war mit langer Berufspraxis ist der von Frau Basting beschriebene Umgang mit Roundup (ohne Schutzbrille und ohne Handschuhe) nicht zu verstehen. Frau Basting bewegt sich in dieser Sache und mit ihrer Klage auf sehr dünnem Eis.

 

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